Erster Lucky Punch im Finalrunden-Rennen

Mit einer beeindruckenden und letztlich souveränen Leistung meldete sich der HC Kriens-Luzern im Finalrunden-Rennen zurück. Gegen Lakers Stäfa zeigten die Innerschweizer mehr Wille, mehr Biss und letztlich mehr Klasse und siegten verdient 34:27.

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Mit vielversprechender Leistung: Fabio Baviera setzt gegen die Lakers Stäfa zum Schuss an. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Mit vielversprechender Leistung: Fabio Baviera setzt gegen die Lakers Stäfa zum Schuss an. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)

Allerdings – und das sei mehrfach unterstrichen – braucht die Leistung vom Mittwoch am Samstag eine Wiederholung in Basel, um wirklich Glanz zu entwickeln.

Nach dem Gossau-Spiel taumelte der HCK. Zweifel wurden laut, die Kritiker hatten Oberwasser. Zu recht nach einem lamentablen Auftritt gegen ein Gossau, der manchem Besucher in der Krauerhalle die Nackenhaare zu Berge stehen liess. Jetzt lässt sich erlöst festhalten: Der HCK wankte – aber fiel nicht.

Denn eben diese Nackenhaare standen den Zuschauern auch gegen Stäfa wieder zu Berge – nur diesmal aus Freude. Denn der HCK spielte sich gegen die Lakers offensichtlich den Frust von der Seele. Sie setzten sich kurz vor der Pause  ab, legten nach der Pause zu und hatten den Gegner nach 40 Minuten in die Knie bezwungen. Mit bis zu 12 Toren führten die Innerschweizer – und das zu recht. Mit einem geschickten taktischen Konzept stellen sich die Innerschweizer dem wirbligen Gast entgegen: Fellmann agierte nur in der Deckung und holte sich damit die nötige Sicherheit. Auch deshalb, weil sein «Stellvertreter» am Kreis, Fabio Baviera, im Angriff eine für die Zukunft vielversprechende Leistung zeigte und mit gerade einem Fangfehler glänzte – bei 5 Treffern und zwei herausgeholten Siebenmetern.

Das dosierte Risiko dieses Konzepts ging auch deshalb auf, weil es der HCK schaffte, die berüchtigte «schnelle Mitte», der jungen Stäfner Mannschaft frühzeitig zu unterbinden.

Neben Baviera hatte der Sieg gegen Stäfa noch einen zweiten Protagonisten: Torhüter Roman Schelbert. Es war einmal mehr erstaunlich, wie der Muotathaler dem Stäfner Angriffswirbel höchst effizient den Zahn zog. Über ein Dutzend «Big Saves» liess er sich bis am Schluss notieren. Eine wirklich starke Leistung, welche die (In)Effizienz der Zürcher Angriffsbemühungen in unterirdische Sphären fallen liess.

Eine starke Deckung mit einem starken Torhüter, eine endlich mal wieder vernünftige Angriffsleistung, eine bescheidende Zahl an leichtsinnigen Fehlern, sinnvoll umgegangen mit den Chancen: Das musste ja gut kommen. Umso mehr, als der HCK dank viel Wille und Einsatzbereitschaft auch noch etwas fürs eigene Wettkampfglück tat und den einen oder anderen «Lucky Punch» landen konnte. Chancen, die auch schon alle gegen den HCK ausfielen. Pfosten – doch via Fuss, Rücken oder Hand des Stäfa-Torhüters doch ins Tor. Siebenmeter verschossen – im Nachsetzen doch noch ein Tor.

Wenns einem Team mal läuft, dann läuft es. So etwa könnte man den Auftritt zusammenfassen. Bis zum 13:12 hielt Stäfa mit, dann brach das Team auseinander und der letzte Finalrunden-Strohhalm entglitt. Dass da die beiden jungen spanischen Refs nach einigen Entscheiden der «originellen» Art als Blitzableiter herhalten mussten, ist zumindest nachvollziehbar – geholfen hat es nicht. Denn der HCK setzte sich mit mehr Masse und wohl auch mehr Klasse relativ locker ab. Zuerst auf 17:13 bis zur Pause, dann unwiderstehlich 24:15. Da brannte das Hoffnungsfeuer längst nicht mehr. Und der Gastgeber konnte sich in der Offensive ausleben.

Allerdings wird auch Trainer Torben Winther schon in der Kabine den Mahnfinger gehoben haben. Der Sieg nämlich erhält erst dann den wirklichen Glanz, wenn dem Team am Samstag in Basel gegen Schlusslicht RTV Basel eine ähnlich vernünftige Leistung gelingt. Dann nämlich wird die Finalrunde Realität – und das Team kann von der Belastung des Strichkampfs befreit den Weg in die Zukunft antreten.

Benedikt Anderes/HC Kriens

HC Kriens-Luzern – Lakers Stäfa  34:27 (17:13)

Krauerhalle Kriens, 550 Zuschauer. SR Alvarez/Bustamente (ESP)

Spielverlauf: 0:1, 1:1, 2:3, 4:3, 5.4, 6:5, 6:7, 7:8, 10:8, 11:9, 11:12, 13:12, 14:13, 17:13; 19:14, 24:15, 26:16, 30:18,  31:20, 32:22, 33:25, 34:27.

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Aleksejev; Fellmann (1), Mühlebach (4), Willisch, Petrig (4), Båverud (5), Steiger (4/2), Jeremias, Baviera (5), Hess, Stankovic (7/2), Baumgartner (3).

Lakers Stäfa:Portmann (1.-31., 46.-48.)/Wipf (31.-45. Und ab 48.); Affentranger (1), Pulver, Nielsen (4), Maag (1), Getzmann (4/2), Mächler (1), Vernier, Milicic (7/1), Jud (4), Brunner, Kägi (5), Füglister.

Bemerkungen: Strafen: Kriens 5, Stäfa 4 x 2 Minuten. 13. Milicic schiesst Penalty an die Latte.
J.P. Chenet Best Player Award: Fabio Baviera (HC Kriens-Luzern) und Beau Kägi (Lakers Stäfa).




 

Roman Schelbert zeigte eine starke Partie. (Bild: Roger Zbinden  / Neue LZ)

Roman Schelbert zeigte eine starke Partie. (Bild: Roger Zbinden / Neue LZ)