Erwerbstätige sollen trotz Einkommensgrenze Alimentenbevorschussung erhalten

Bislang erhalten erwerbstätige Elternteile nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze eine Alimentenbevorschussung für ihre Kinder. Das will der Luzerner Regierungsrat ändern. Ab März 2020 soll es eine Teilbevorschussung geben.

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Ab 2020 gilt gemäss Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf eine Teilbevorschussung für Alleinerziehende. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 20. Februar 2019)

Ab 2020 gilt gemäss Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf eine Teilbevorschussung für Alleinerziehende. (Bild: Pius Amrein, Luzern, 20. Februar 2019)

(pd/sre) Elternteile, die Anrecht auf Alimentenbevorschussung für ihre Kinder haben, sollen neu ein höheres Arbeitspensum wählen können, ohne dass sie deswegen finanzielle Nachteile erfahren. Noch ist es so, dass die Wohngemeinde des Kindes die festgelegten Unterhaltsbeiträge bevorschusst, sollten Elternteile ihrer Unterhaltspflicht nicht, nur teilweise oder nicht rechtzeitig nachkommen. Eine Alimentenbevorschussung für ihre Kinder erhalten erwerbstätige Elternteile allerdings nur bis zur Einkommensgrenze (Alleinerziehende mit 1 Kind: 43'000 Franken). Wird diese überschritten, entfällt der Anspruch vollständig.

Das will der Luzerner Regierungsrat nun ändern: ab 1. März 2020 soll ab der bestehenden Einkommensgrenze eine Teilbevorschussung gelten, das heisst, der bevorschusste Betrag reduziert sich in Abhängigkeit zum zusätzlich generierten Einkommen.

So soll der aktuell bestehende, massive Schwelleneffekt im Bereich der Alimentenbevorschussung beseitigt werden, wie der Kanton Luzern mitteilt. «Damit setzen wir die Strategie «Arbeit muss sich lohnen» auch bei der Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder um», sagt Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf. Es seien vor allem teilzeiterwerbstätige Alleinerziehende, die von der Teilbevorschussung profitieren werden. Die zusätzlichen Leistungen würden rund 200 Kindern und Jugendlichen im Kanton Luzern zugute kommen. «Die Förderung einer gesunden Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördert die berufliche Integration und verhindert wirkungsvoll eine zukünftige Sozialhilfeabhängigkeit», so Graf.

Mehraufwand für Gemeinden soll sich lohnen

Die Alimentenbevorschussung sei eine kommunale Aufgabe, so die Stadt. Es sei mit einem geschätzten finanziellen Mehraufwand aller Gemeinden von rund 400'000 bis 500'000 Franken pro Jahr zu rechnen. Dabei sei jedoch zu beachten, dass der durch die Teilbevorschussung verbesserte Erwerbsanreiz bei den Gemeinden insgesamt zu höheren Steuereinnahmen führen wird.