Escholzmatt
«Es fühlt sich wie eine Auferstehung an»: Jodlerchörli Lehn feiert 60. Geburtstag

14 Monate musste das Jodlerchörli Lehn aus Escholzmatt auf sein Hobby verzichten. Zum 60. Geburtstag ist es zurück.

Monika van de Giessen
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Das Jodlerchörli Lehn feierte am Wochenende seinen 60. Geburtstag.

Das Jodlerchörli Lehn feierte am Wochenende seinen 60. Geburtstag.

Bilder: Dominik Wunderli (Escholzmatt, 22. Oktober 2021)

«Es freut uns, wieder vor Publikum singen zu dürfen», sagte Ivan Portmann, Präsident des Jodlerchörlis Lehn, anlässlich des Jahreskonzerts in Escholzmatt. Dabei sprach er den vielen Jodlerfreunden aus dem Herzen. Auch Godi Studer, Dirigent des Jodlerchörlis Lehn, sprach von einem «super Gefühl». Einlass hatten indes nur jene Personen, die ein Covid-Zertifikat vorweisen konnten. Normalerweise ist der Herbst die Zeit der Jodlerkonzerte landauf und landab. Doch seit einigen Monaten ist es rund um den Jodelgesang ruhig geworden.

Nun melden sich einige Chöre wieder zurück. So auch das Jodlerchörli Lehn, das am Freitag und Samstag aus Anlass seines 60. Geburtstags zu je zwei Konzertabenden einlud. Das letzte Jahreskonzert fand im Oktober 2019 statt. Der Saal des Landgasthofs Krone in Escholzmatt war an beiden Abenden bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Konzertbesucher, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagte: «Die Jodlerkonzert-Abstinenz war zu bedauern. Das, was das Jodlerchörli Lehn nun gemacht hat, wirkt befreiend und erlösend. Es fühlt sich wie eine Auferstehung an.»

Kenner der Szene wissen es: Wenn das Jodlerchörli Lehn zu seinem Jahreskonzert einlädt, ist hochstehender Jodelgesang angesagt. Unter der musikalischen Leitung von Godi Studer zeigten sich die Jodlerinnen und Jodler von ihrer besten Seite. Es war eine wahre Freude, ihrem Gesang zuzuhören; perfekt die Abstimmung zwischen Chor und den Solisten, überaus musikalisch die Interpretation, gut verständlich und klar die Worte und eine gute Dynamik. Mit dem «Geburtstagsjuiz» von Fredy Wallimann, dem «Gemsläckitossä-Juiz» von Ruedi Rymann oder dem Jodellied «Wulche» von Jürg Röthlisberger, um nur einige der Kompositionen zu nennen, demonstrierte das Lehn-Chörli seine grosse Musikalität.

«Wellerman»-Song in Escholzmatter Version

Einen Farbtupfer und eine echte Bereicherung war der Auftritt des jodelnden Nachwuchses unter der Leitung von Stephanie Zemp. Die 26 Kinder im Alter von drei bis fünfzehn Jahren waren die absoluten Lieblinge des Abends. Ihre Unbekümmertheit liess so manchen Besucher zu einem Schmunzeln verleiten. Zu gefallen wusste auch das WPZ-Terzett. Hinter dieser Formation stehen zwei Jodlerinnen, ein Jodler und ein Akkordeonist, die allesamt im Wohn- und Pflegezentrum Schüpfheim, kurz WPZ, arbeiten. Mit Willi Valottis Wyberkapelle trat zudem eine der besten und vielseitigsten Ländlerkapellen der Schweiz auf. Die Stärke dieser Formation ist ihre Vielseitigkeit.

Ihre Wellermann-Version.

Video: Youtube

Der absolute Höhepunkt des Konzertabends indes war die Escholzmatter Version des «Wellerman»-Songs. In ihren eigenen Versen thematisierte das Jodlerchörli die Corona-Zwangspause. Beispiel gefällig: «Hey Hey Corona, chasch üs wieder singe la. Ja, das bruche mier extrem, mier hei haut z Jodlergen», so der Refrain der Komposition «Jodler-Gen» der Gebrüder Godi und Sämi Studer. Das Video dazu wurde mehr als 100000 Mal angeklickt. «Ja mier si ou infiziert, säge das ganz ungeniert. Z Virus wo mier hei scho lang, das isch de Jodugsang», so die vierte Strophe der Entlebucher ­Version.