Kommentar

Es geht auch unbürokratisch mit Mieterlassen während des Lockdowns

Weil keine rasche Bundeslösung vorliegt, bleiben viele Gewerbler bezüglich Mieterlassen im Ungewissen. Gut gibt's Vermieter, die trotzdem handeln. 

Roman Hodel
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Roman Hodel.

Roman Hodel.

(Bild: Dominik Wunderli)

Läden, Restaurants, Fitnesscenter und Gewerbebetriebe freuen sich auf die Wiedereröffnung am Montag – wenn auch mit Einschränkungen. Getrübt wird die Vorfreude allerdings durch die Ungewissheit bezüglich Mieterlasse. Das Bundesparlament hat es am vergangenen Mittwoch bekanntlich nicht geschafft, rasch eine Lösung zu präsentieren.

Somit bleibt den Beteiligten nichts anderes übrig, als sich individuell an den Verhandlungstisch zu setzen. Dass es unbürokratisch geht, beweist das Luzerner Löwen-Center. Es erlässt den Mietern, die ihre Verkaufs- und Gastrolokale wegen des Lockdowns nicht offen lassen konnten, zwei Drittel der Miete. Auch andere Eigentümer sind von sich aus kulant.

Unverständlich erscheinen da Reaktionen wie etwa jene der Besitzerin der Ebikoner Wydenhof-Überbauung gegenüber langjährigen Mietern, welche die Mietzinszahlung wegen des Lockdowns ausgesetzt haben. Dass man nicht einmal zuhören, geschweige denn mit ihnen verhandeln will, und stattdessen eine Kündigungsandrohung verschickt, zeugt nicht von Fingerspitzengefühl.

Klar ist aber auch: Es braucht von beiden Seiten Zugeständnisse. Denn die Vermieter tragen ebenso wenig Schuld an der ausserordentliche Lage wie die Mieter. Klar ist zudem: Warten bis sich National- und Ständerat zu einer Lösung durchgerungen haben, ist wohl keine gute Idee. Denn diese ist frühestens im Juni spruchreif.

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