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Ferienjobs in Luzerner Firmen: «Es gibt oft Aha-Erlebnisse»

Bald ist das Schuljahr zu Ende. Für die Jugendlichen bedeutet dies aber nicht, dass sie fortan auf der faulen Haut liegen. Viele bessern ihr Sackgeld in dieser Zeit mit einem Ferienjob auf. Damit machen auch Luzerner Firmen gute Erfahrungen.
Roseline Troxler
Eine Kantischülerin bei der V-Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 13. Juli 2017))

Eine Kantischülerin bei der V-Zug. (Bild: Maria Schmid (Zug, 13. Juli 2017))

Festivalpins verkaufen, im Restaurant servieren, Schulhäuser putzen oder in der Fabrik arbeiten – Ferienjobs sind vielfältig. Wer noch keinen hat, muss sich sputen. Denn viele Luzerner Firmen haben ihre Stellen für diesen Sommer schon längst besetzt.

Eine Umfrage bei verschiedenen Firmen unterschiedlicher Branchen in der Region zeigt: Der Einsatz von Studenten und Schülern während der Sommermonate ist beliebt. So auch bei Calida, bei der alle Ferienjobs für Juli und August vergeben sind. In dieser Zeit werden zwischen 8 und 15 Stellen in der Logistik angeboten. «Wir haben mit Ferienjobs sehr tolle Erfahrungen gemacht», sagt Gabriela Fuchs von Calida.

«Engpässe werden mit Aushilfen abgefedert»

«Es ist ein Bedürfnis vieler Mitarbeitenden, im Sommer Ferien zu beziehen. In Abteilungen, in denen der Betrieb trotz Ferienzeit weitergeführt und sichergestellt werden muss, setzt Calida gezielt auf Schülerinnen und Schüler als Ferienaushilfen, um Engpässe abzufedern.» Dies ist auch für Emmi ein wichtiger Grund, um Ferienjobs anzubieten. «Die Mozzarella-Produktion in Dagmersellen beispielsweise läuft in dieser Zeit auf Hochtouren», erklärt Sprecherin Esther Gerster. Doch Emmi bietet noch aus einem weiteren Grund Stellen an: «Wir sehen dies auch als Dienstleistung gegenüber Schülern und Studenten, welche darauf angewiesen sind, etwas dazu zu verdienen.» Dieses Jahr werden in Emmen und Dagmersellen rund 30 Ferienjobs angeboten. «Praktisch alle sind schon vergeben.» Auch in Saisonbetrieben wie dem Strandbad Sursee sind Ferienjobs zu finden.Dieses setzt Studenten als Strandwache ein. Voraussetzung sind mehrere Module der SLRG. Badmeister René Bühlmann: «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Studenten machen die Arbeit gerne und sind sehr pflichtbewusst.» Viele würden mehrere Sommer im Strandbad verbringen, bis sie «ausstudiert sind».

Eingesetzt werden Studenten und Schüler auch im Detailhandel. In den Warenhäusern von Manor in Emmen und Luzern werden 20 Ferienjobs vergeben. In der Verteilzentrale Hochdorf gibt es 43 Sommerjobs.

Flexibilität und Freundlichkeit sind entscheidend

Die Migros vergibt im Kanton Luzern rund 50 Ferienjobs. Alle sind bereits besetzt. «Schüler und Studierende werden in den Bereichen Warenpräsentation, Kassentätigkeiten, Abpackereiarbeiten und Entsorgungsarbeiten eingesetzt», sagt Lisa Savenberg. «Für Ferienjobs verpflichtet werden flexible Schüler und Studierende, welche auch körperlich arbeiten möchten und freundlich sowie verlässlich sind.» Damit habe man gute Erfahrungen gemacht. Dies sieht Konkurrentin Coop gleich. «Wir stellen fest, dass Ferienaushilfen engagiert und flexibel sind», sagt Patrick Häfliger.

Auch Emmi betont die Vorteile. «Die Zusammenarbeit mit Menschen, die nicht aus der Branche kommen, ist eine Abwechslung für unsere Mitarbeitenden.» Auch für die «Ferienjöbler» sei die Erfahrung interessant: «Es gibt oft Aha-Erlebnisse im Sinne, dass die Arbeit in der Produktion physisch anstrengend ist.» Schüler und Studenten würden sich bewusst, «dass die Produkte nicht einfach automatisch in die Regale kommen und wertschätzen die Arbeit eines Produktionsmitarbeitenden».

Nicht mehr auf Ferienjobs setzt die Willisauer Baufirma Emil Peyer AG – aus Sicherheitsgründen wird darauf verzichtet, wie es auf Anfrage heisst. Der Entscheid sei vor rund zehn Jahren aufgrund von Suva-Richtlinien gefällt worden.

Gefährliche Jobs sind verboten

Für Jugendliche gelten besondere Bestimmungen des Arbeitnehmerschutzes. Gefährliche Arbeiten sind für Jugendliche verboten. Grundsätzlich ist eine Beschäftigung erst ab dem vollendeten 15. Altersjahr zulässig. Es gibt aber Ausnahmen: Ab 13 Jahren dürfen Jugendliche leichte Arbeiten ausführen. Erlaubt ist jedoch nur ein Ferienjob während der Hälfte der Ferien und maximal 8 Stunden pro Tag, wie es beim Staatssekretariat für Wirtschaft heisst. Ab 14 Jahren ist eine Beschäftigung bei vorzeitiger Schulentlassung möglich – allerdings nur mit Arztzeugnis und Bewilligung. Unter 16 Jahren dürfen Jugendliche in Hotels, Restaurants und Cafés keine Gäste bedienen (Ausnahmen gibt es während der Lehre). Verboten sind auch Nacht- und Sonntagsarbeit, wobei es während der Lehre wiederum Ausnahmen geben kann. So dürfen unter 16-Jährige höchstens bis um 20 Uhr, Jugendliche ab 16 maximal bis 22 Uhr arbeiten. (rt)

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