Kolumne
«Es grünt so grün»: die Landkolumne von Ruedi Lustenberger

Alt Nationalrat Ruedi Lustenberger (CVP) ist Gemeindeammann von Romoos. In seiner Kolumne spricht er übers Klima.

Ruedi Lustenberger
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Ein Plakat mit der Aufschrift «2x Nein zu den extremen Agrar-Initiativen» steht auf einer Wiese.

Ein Plakat mit der Aufschrift «2x Nein zu den extremen Agrar-Initiativen» steht auf einer Wiese.

Bild: Urs Flüeler / Keystone (Oberdorf, 2. Juni 2021)

So heisst das Lied im Musical «My Fair Lady». Der Text passt perfekt zur momentanen Naturlandschaft. Lang, lang ist’s her, dass sie sich in so üppigem Grün gezeigt hat. Der starke Regen und die niedrigen Temperaturen der letzten Wochen wirken positiv auf die Natur. Angesichts der knappen Niederschläge in den Jahren zuvor ist der heurige Frühling mit den grossen Regenmengen geradezu ein Segen.

Was die Natur kann, das kann die Politik auch, haben sich die Mütter der beiden Agrarinitiativen gedacht. Nur, sie haben die Rechnung ohne die Direktbetroffenen gemacht. Der kämpferische Auftritt der Bauern hat seine Wirkung nicht verfehlt; auf der Landschaft gingen die Bürger scharenweise an die Urne und verwarfen die Initiative haushoch. Der städtischen Bevöl­kerung blieb für einmal nur die Rolle der Statisten.

Dass im Sog dieser Nein-Welle sogar das hellgrüne CO2-Gesetz abgelehnt würde, hatte vor drei Monaten noch niemand wirklich bedacht. Im Gegenteil: Unsere Umweltministerin ging in ihrem Übermut insgeheim von einem Schaulaufen der Umweltschützer aus. Nun hat ihr eine Feuer-Wasser-­Koalition, bestehend aus staatsverdrossenen Rechten und extremen Linken, eine ganz bittere Quittung ausgestellt; eine, die noch lange schmerzen wird.

Ob es einem passt oder nicht: Das Volk hat (fast) immer recht. Und trotzdem: Die Klimaerwärmung bleibt das globale Sorgenkind Nummer eins. Wir sind gut beraten, rasch griffige Massnahmen zu ergreifen. Damit unsere Grosskinder auch in 50 Jahren noch singen können: «Es grünt so grün ...»

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