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«Es wäre eine Sensation»

Interview

Jürg Manser, Luzerner Kantonsarchäologe, hat die Funde vom Pilatus untersucht. «Mittels einer neuen Analysemethode ist es gelungen, aus dem Verhältnis und der Konzentration der Isotope von Stickstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff in den Zähnen des gefundenen Schädelteils Hinweise auf eine Ernährung mit Fischen, Muscheln und Schalentieren zu finden», so Manser. «Somit könnte es sich tatsächlich um eine Person aus dem mediterranen Raum gehandelt haben.»

Manser ist etwas vorsichtiger mit der Vermutung, es könnte sich dabei tatsächlich um den römischen Richter von Jesus handeln, der nach den Angaben des Historikers Flavius in den Jahren 26 bis 36 in den Provinzen Judäa und Samaria als Statthalter wirkte.

Verschiedene Versionen der Legende

Es gibt verschiedene Versionen der Legende, was mit Pontius Pilatus geschah, als er im Jahre 36 nach Rom abberufen wurde. So soll der Leichnam in den Tiber geworfen worden sein, wo er aber keine Ruhe fand. Er soll auch in anderen Gewässern für Unruhe gesorgt und Gewitter erzeugt haben, wenn man ihn störte. Schliesslich brachte man ihn in einen kleinen, versteckten Moorsee auf dem «Mons fractus», dem heutigen Pilatus. «Auch wenn einige Hinweise passen, scheint es mir doch sehr unwahrscheinlich, dass die Pontius-Pilatus-Legende wahr ist – es wäre schlicht eine wissenschaftliche Sensation.»

Eine schlüssige Erklärung für die bemerkenswerten Knochenfunde aus dem ehemaligen Pilatussee von Hobbyforscherin Janine Heini kann aber auch Kantonsarchäologe Manser nicht liefern. Es kämen allenfalls Handelsreisende oder Legionäre in Frage, die zu dieser Zeit den weiten Weg vom Meer in die Alpen unternommen hätten. «Da sind wir aber auf weitere Nachforschungen angewiesen.» In den kommenden Wochen will er erste Befunde präsentieren.

(uus)

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