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Es werden immer weniger Äpfel und Birnen gegessen – deshalb: Ab ins Hoflädeli!

Autor Robert Bossart über die einseitige Verwendung von Äpfeln und Birnen aus dem Luzerner Seetal.
Robert Bossart
Robert Bossart, Journalist, Altwis.

Robert Bossart, Journalist, Altwis.

Das Luzerner Seetal ist für seine vielfältigen Apfel- und Birnenkulturen bekannt. Dies, weil Anfang 20. Jahrhundert die Reblaus dem damals boomenden Rebbau den Garaus machte. Und so der Obstanbau gefördert wurde. Glaubt man den ortsansässigen Hobbyhistorikern, so war es der Obrigkeit ganz recht so: Endlich konnte die weit verbreitete Trunksucht etwas eingedämmt werden. Allerdings machten sie die Rechnung ohne die schlauen Seetaler. Birnen und Äpfel kann man nicht nur essen, sondern auch zu Schnaps brennen. Und so wurde statt Wein halt Härteres getrunken.

Die Hochprozentigen aus dem Seetal kommen demnächst in grösseren Mengen an der Fasnacht zum Einsatz. Über ihren Absatz muss man sich keine Sorgen machen. Dafür umso mehr um Äpfel und Birnen in ihrer reinsten Form: als Frucht, roh gegessen. Da bahnt sich nämlich Besorgniserregendes an. Die beiden helvetischen Urfrüchte werden heute «deutlich weniger gegessen als vor 10 Jahren». Zu lesen am 4. Januar in dieser Zeitung, welche aus dem Schweizer Ernährungsbulletin 2019 zitierte.

Da stellen sich weltumfassende und regionale Grundsatzfragen. Wie kann es sein, dass wir Konsumenten die wohl gesündesten einheimischen Früchte verschmähen? In einer Zeit, wo «gesundes» Essen für viele zu einer Art Ersatzreligion geworden ist? Und stattdessen Avocados, Mangos und Quinoa kaufen? Liebe Ernährungsfanatiker, Veganer, Fruktarier, Kalorienzähler und wie ihr euch auch immer nennt: Hier, vor der Haustür, wächst das Beste, was es gibt. Es heisst nicht umsonst, an apple a day keeps the doctor away (ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern). Wer schon mal so eine richtig reife Birne gegessen hat, braucht keine Mangos mehr, die um die halbe Welt geflogen sind. Also ab ins Hoflädeli oder selber einen Baum pflanzen.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.Robert Bossart

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