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ESCHENBACH: Gebiet Höndlen: Unternehmen leisten Widerstand gegen Planungszone in Eschenbach

Der Gemeinderat hat über das Gebiet Höndlen eine Planungszone erlassen. Das stösst dem Eigentümer und der Coop Mineraloel AG sauer auf. Denn: So werden ihre Pläne zur Entwicklung des Areals eingeschränkt.
Ernesto Piazza

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Der Widerstand gegen die von der Gemeinde Eschenbach im Gebiet Höndlen erlassene Planungszone hat sich formiert: Neben Thomas Estermann haben auch das Lohnunternehmen Thomas Estermann AG sowie die Coop Mineraloel AG gegen den Schritt des Gemeinderates Einsprache erhoben. Letzteres Unternehmen beabsichtigt, im Dorf eine Tankstelle mit einem Shop zu betreiben (Artikel vom 7. Februar).

Die Vorgeschichte der Planungszone beginnt im Juni 2013: Damals wurde das Gebiet Höndlen von der Landwirtschafts- in eine Arbeitszone umgezont. Genau hier setzt Thomas Estermann an: «Bei der Abstimmung war nie die Rede davon, diese Zone einzugrenzen. Dort eine Tankstelle mit Shop zu bauen, ist zonenkonform.» Mit der Umzonung war ebenfalls geplant, dass die Thomas Estermann AG auf dieses Grundstück zügelt. «Der Firma wurde nämlich vom Kanton eröffnet, dass der jetzige Standort in der Landwirtschaftszone illegal ist», so Estermann. Dazu sei aber zu sagen, dass sich das mittlerweile 15 Mitarbeiter umfassende Geschäft in den vergangenen Jahren weiterentwickelte.

Lohnbetrieb, Tankstelle und Viehmarkt an einem Ort

Das Vorprojekt für das Grundstück Höndlen hatte die Thomas Estermann AG im Mai 2017 eingereicht. Geplant war, auf dem Areal den Lohnbetrieb samt einer zweistöckigen Halle anzusiedeln. Auf das Vorprojekt habe er «keine negativen Rückmeldungen» erhalten, sagt Estermann. Losgegangen sei es aber mit dem Baugesuch des Tankstellenshops: «Der Gemeinderat erklärte, auf dem Grundstück dürften nur das Lohnunternehmen und der Viehmarkt angesiedelt werden.» Dieser wird seit November 2016 vom kantonalen Bauernverband in Eschenbach betrieben.

Gegen das Baugesuch vom Oktober 2017 für die Tankstelle sind zwei Einsprachen hängig. Diese und das Coop-Baugesuch bleiben bis zur Klärung der Planungszone pendent.

Die Grundlagen für die Bewirtschaftung des Gebiets Höndlen seien nachträglich durch die Gemeinde geändert worden, sagt Estermann. «Dadurch missachtet sie die Planungssicherheit und den Volkswillen.» Gemeindeammann Markus Kronenberg hingegen betont: «Wir erachten das jetzige Projekt mit Tankstelle und Shop als nicht bewilligungsfähig.» Daher will der Gemeinderat mit der Planungszone die für die jetzige Arbeitszone geltenden provisorischen Bau- und Nutzungsvorschriften nachträglich präzisieren. «Wir gingen bei der Umzonung davon aus, dass die Thomas Estermann AG das Gebiet in vollem Umfang für die Auslagerung und Weiterentwicklung benötigt.» Man ging nicht davon aus, dass es neben dem Lohnunternehmen und dem Viehmarkt Platz für Dritte haben könnte.

Estermann: «Viehmarkt allein ist kein Geschäft»

Für die Thomas Estermann AG muss die Umsiedlung des Lohnbetriebes monetär tragbar sein. Dazu trägt auch die Tankstelle mit Shop bei. Das Paket mit dem Lohnbetrieb, der Halle, dem Coop-Bauvorhaben und dem Viehmarkt müsse sich gegenseitig finanzieren, sagt der Unternehmer. Wenn er den Viehmarkt isoliert betrachte, sei das für ihn kein Geschäft. Zusätzlich plant Estermann eine Waschanlage. Sie soll öffentlich zugänglich sein und jeweils am Dienstag – am Markttag – der Reinigung der Viehtransporter zur Verfügung stehen.

Der Viehmarkt macht pro Jahr mit knapp 7000 Kühen einen Umsatz von rund 35'000 Franken. Für die Benützung des Platzes gibt es zwischen der Thomas Estermann AG und der einfachen Gesellschaft – bestehend aus dem kantonalen Bauernverband und dem Zentralschweizer Viehhändlerverband – einen zehnjährigen Mietvertrag. Den habe der Kanton bei der Einzonung verlangt, sagt Stefan Heller, Geschäftsführer des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes.

Bis die neue Halle bereit ist, steht der Platz nur in Form eines Provisoriums zur Verfügung. Angesprochen auf die verhängte Planungszone sagt er: «Im Rahmen des Einzonungsprozesses wurde nie nur über eine Nutzung für den Lohnbetrieb und den Viehhandel gesprochen.» Immerhin habe man während fünf Jahren darüber verhandelt. «Wäre das für die öffentliche Hand explizit ein Bedürfnis gewesen, müsste das im Bau- und Zonenreglement stehen», erklärt Stefan Heller. Die einfache Gesellschaft hat von einer Einsprache abgesehen.

Anders sieht es bei der Coop Mineraloel AG aus. Ihre Einsprache richtet sich gegen die rechtliche Zulässigkeit der Anordnung der Planungszone. «Dazu fehlen die erforderlichen Voraussetzungen», schreibt Mediensprecherin Sabine Schenker auf unsere Anfrage. «Das Vorgehen der Gemeindebehörde und die angeordnete Planungszone sind ungesetzlich.» Thomas Estermann will den Entscheid abwarten. Er sagt aber: «Werden die beiden Einsprachen abgelehnt, ziehe ich den Fall durch alle Instanzen weiter.»

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