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ESCHENBACH: Gemeinderat wehrt sich gegen geplante Tankstelle

Der Gemeinderat erlässt im Gebiet Höndlen eine Planungszone. Damit will er ein Versäumnis aus der Vergangenheit korrigieren – und den Bau der dritten Tankstelle im Dorf verhindern.
Ernesto Piazza

Das Thema beschäftigt die Bevölkerung in Eschenbach seit geraumer Zeit: An der Inwilstrasse will die Coop Mineraloel AG neue Benzin-Zapfsäulen und einen Tankstellenshop bauen. Die 3600-Seelen-Gemeinde hat jedoch bereits zwei Tankstellen: Eine befindet sich rund 300 Meter vom geplanten Neubau entfernt an der Luzernerstrasse und wird von der Galliker AG betrieben. Weiter bewirtschaftet die Agrola AG in direkter Nachbarschaft zum Coop-Projekt ebenfalls eine Tankstelle samt Shop.

Der Eschenbacher Gemeinderat distanziert sich klar von den Coop-Bauplänen. Deshalb erlässt er jetzt für das Gebiet Höndlen, wo der Neubau realisiert werden soll, eine Planungszone (siehe Grafik). Mit diesem Schritt versucht die Exekutive, ihr Versäumnis nachträglich zu korrigieren. Denn Gemeindeammann Markus Kronenberg (CVP) erklärt: «Wir erachten das Projekt als nicht bewilligungsfähig.»

Bereits 2013 einmal abgestimmt

Was bringt nun dieser Erlass genau? Mit der Planungszone will die Exekutive die für die jetzige Arbeitszone geltenden provisorischen Bau- und Nutzungsvorschriften präzisieren. Konkret heisst das: Die Zone soll ausschliesslich der Verlegung und dem Ausbau des bestehenden landwirtschaftlichen Lohnunternehmens, der Thomas Estermann AG, und dem Bau und Betrieb des Viehmarktes dienen. Dieser wird dort vom Kantonalen Bauernverband seit November 2016 betrieben. Früher wurde er bei der Surseer Stadthalle durchgeführt.

Auf der Planungszone sind gemäss Erlass nur Bauten und Anlagen, die direkt dem oben genannten Zweck dienen, erlaubt. Darunter fällt auch der Bau von maximal einer Wohnung. Weiter sind an den Zonenrändern Grünflächen und Bepflanzungen anzulegen. Diese müssen im Rahmen des Umgebungsplanes nachgewiesen werden.

Wie angetönt, will Coop seine Tankstelle auf dem Gebiet Höndlen bauen. Das Areal gehört Lohnunternehmer Thomas Estermann. Sein Betrieb befindet sich nur wenige Meter davon entfernt. Dazu sagt Kronenberg: «Das dort angesiedelte Lohnunternehmen liegt in der Landwirtschaftszone und ist nicht ganz zonenkonform.» Deshalb hatte die Eschenbacher Exekutive im Juni 2013 den Stimmbürgern beantragt, das Grundstück Höndlen von der Landwirtschafts- in die Arbeitszone umzuzonen – mit positivem Resultat. «Wir wollten dem Unternehmen damit die Möglichkeit geben, sich weiter zu entwickeln, und gingen bis zur späteren Aufteilung des gesamten Gebiets in drei Parzellen davon aus, dass dieses in vollem Umfang für die Auslagerung und Weiterentwicklung des Gewerbebetriebes benötigt wird», so Kronenberg. Man sei nicht auf die Idee gekommen, dass es bei der umgezonten Landfläche neben dem Lohnunternehmen und dem Viehmarkt noch Platz für Dritte haben könnte.

Coop prüft zurzeit eine Einsprache

Die Coop Mineraloel AG ihrerseits «prüft zurzeit die Einreichung der Einsprache», wie Sabine Schenker, Leiterin Marketing und Mediensprecherin, auf Anfrage erklärt. Coop besitzt für den fraglichen, rund 1600 Quadratmeter umfassenden Grundstückteil ein Baurecht. «Wir stehen laufend mit Herrn Estermann in Kontakt und sprechen das weitere Vorgehen ab», so Schenker. Thomas Estermann bestätigt die Gespräche mit Coop. Er sagt aber auch: «Wenn die Planungszone erlassen wird, gibt es keine Tankstelle, und der Viehmarkt ist aus wirtschaftlichen Gründen ebenfalls gefährdet.» Denn die Miet- und Pachtzinseinnahmen «bedeuten für mich wichtige Einnahmequellen», so Estermann. Umso mehr, da er für die Weiterentwicklung des Betriebs nicht die ganzen 11 500 Quadratmeter benötige.

Gegen das Baugesuch vom Oktober 2017 für eine neue Tankstelle sind noch zwei Einsprachen hängig. Diese und das Baugesuch von Coop bleiben bis zur Klärung der Planungszone pendent. Innert 30 Tagen, das heisst bis am 6. März, kann gegen den Erlass der Planungszone Einsprache erhoben werden.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

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