Eschenbach inszeniert grosses Freilichtspektakel

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Pfarrkirche findet in Eschenbach vom 6. bis 16. Juni ein aufwändiges Freilichtspektakel statt. Regisseur Peter Huwyler verspricht witzige, spritzige und deftige Episoden.

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Schauplatz des Freilichttheaters vom Juni 2012 zwischen Pfarrkirche und Kloster in Eschenbach. OK-Präsident Frido Lötscher, Monika Kronenberg (Präsidentin des Eschenbacher Kirchenrats) und Regisseur Peter Huwyler (von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Schauplatz des Freilichttheaters vom Juni 2012 zwischen Pfarrkirche und Kloster in Eschenbach. OK-Präsident Frido Lötscher, Monika Kronenberg (Präsidentin des Eschenbacher Kirchenrats) und Regisseur Peter Huwyler (von links). (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Ort zwischen der majestätischen Kirche und dem ehrwürdigen Zisterzienserinnen-Kloster wird Schauplatz eines grossen Freilichtspiels: Der Rothenburger Regisseur Peter Huwyler inszeniert die mittelalterliche Komödie «Die Laster der zehn Lebensalter». Es ist das erste Mal, dass dieses Stück unter freiem Himmel aufgeführt wird. Geplant sind sieben Aufführungen zwischen dem 6. und 16. Juni 2012. Pro Abend werden bis zu 320 Gäste auf dem Festplatz beim Bahnhof erwartet.

Herausforderung für den Freilicht-Spezialisten

Peter Huwyler (73) stammt aus Rothenburg und ist freiberuflicher Regisseur. Sein auf acht Bühnen gezeigtes Freilichttheater zu den Feierlichkeiten des Kantons Luzern «600 Jahre Stadt und Land Luzern und Schlacht bei Sempach» war wegweisend für das Genre. «Spannend, aber auch herausfordernd ist die Inszenierung des Mittelalter-Stücks in Eschenbach», sagt Peter Huwyler. «Das Areal der neubarocken Kirche und die klösterliche Umgebung sind allerdings beste Voraussetzungen.» Er ist überzeugt: Das Publikum wird vom Theaterstück begeistert sein, auch wenn dessen Wurzeln in mittelalterlichen Moralansprüchen verankert sind. «Die deftig geschilderte und heute noch packende Lebensfreude räumen solche Zweifel aus dem Weg», sagt Huwyler. Die Zuschauer erwarten Figuren vom Jüngling bis zum 100-jährigen Lustgreis. Durchs Stück führt ein Narr, und auch der Teufel versucht seinen Teil zu erhaschen. Eine Nonne und ein Eremit bilden auf der Bühne das moralische Gegengewicht zu allen deftigen Sünden.

Musik von Eschenbacher Profis komponiert

Die Schauspieler und Schauspielerinnen stammen aus Eschenbach und der Umgebung und sind Laien. Die Musiker sind mehrheitlich Profis, ebenso das Sängerquartett. Die Musik wurde durch die Eschenbacher Berufsmusiker Donat und Elsbeth Burgener eigens für die Aufführung komponiert. Teil des Ensembles ist auch Akkordeonistin Claudia Muff, die mit Auftritten in Radio und Fernsehen sowie auf Bühnen im Ausland Erfolge feiert. Auf und neben der Bühne stehen insgesamt rund 50 Mitwirkende im Einsatz. Zusätzlich sorgen jeden Abend über 20 freiwillige Helfer in der Küche und im Festzelt für einen reibungslosen Ablauf. Vor dem Freilichttheater können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer kulinarisch mit einem Festspielmenu auf den Theaterabend einstimmen.

Aufwändige Personalsuche

«Die Personalsuche gestaltete sich vor gut zwei Jahren als aufwändig», erklärt OK-Präsident Frido Lötscher. Denn mit dieser Art von Spiel betrete Eschenbach Neuland. Es existierten keine Strukturen, worauf man für den anspruchsvollen kulturellen Event zurückgreifen konnte. «Das Besondere ist: Jedem Ressort stehen Fachleute vor, das heisst Personen aus Eschenbach, die auch im Beruf vergleichbare Aufgaben lösen», sagt Frido Lötscher. Sein Team rechnet mit einem Produktionsaufwand von gut 200'000 Franken. Wesentliche Unterstützung kommt von der Kirchgemeinde, der politischen Gemeinde und von Sponsoren.

Unübliches Jubiläums-Projekt

Als der Eschenbacher Kirchenrat Ja zur Durchführung eines Freilichttheaters sagte, wollte er damit einen Beitrag zur Belebung und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls leisten. Es ist unüblich, für ein Kirchenjubiläum ein Freilichtspektakel aufzuziehen. Aber mit einem Freilichtspiel können Kontrapunkte in der Wahrnehmung der Kirchen von heute gesetzt werden», sagt Kirchenrats-Präsidentin Monika Kronenberg. Es werde die Möglichkeit geboten, etwas für die Gemeinschaft und die Bevölkerung zu bewirken.

Wahrzeichen mit Zwiebeltürmen

Die neubarocke Pfarrkirche mit den markanten Zwiebeltürmen ist ein Wahrzeichen von Eschenbach. Die Kirche neben der Zisterzienserinnen-Abtei wurde am 13. August 1912 vom damaligen Bischof Jakob Stammler eingeweiht. Seit 2003 ist sie in Etappen aufwändig restauriert worden.

pd/rem

Hinweis:
Das Freilichtspektakel wird am 6., 8., 9., 11., 13., 15 und 16. Juni jeweils um 21.15 Uhr aufgeführt. Die Tickets kosten 35 Franken. Weitere Infos gibts unter www.festspiel2012.ch