ESCHOLZMATT: Bundesrat trifft den Jodlerkönig

Ueli Maurer outet sich als Fan des Jodlers Franz Stadelmann. An einer Buchvernissage verriet er, dass er selbst nicht jodeln kann.

Monika Van De Giessen
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Bundesrat Ueli Maurer, Jodler Franz Stadelmann und Nationalrat Albert Vitali (von links) blättern vor der Kirche in Escholzmatt in der neuen Biografie. (Bild Pius Amrein)

Bundesrat Ueli Maurer, Jodler Franz Stadelmann und Nationalrat Albert Vitali (von links) blättern vor der Kirche in Escholzmatt in der neuen Biografie. (Bild Pius Amrein)

Der «Bundesrat-Ueli-Maurer-Marsch», «Gruss an Ueli Maurer und «Schwyzer sy», alles Kompositionen, die der Entlebucher Jodler und Komponist Franz Stadelmann aus Escholzmatt seinem wohl bekanntesten Fan, dem SVP-Nationalrat und heutigen Bundesrat Ueli Maurer gewidmet hat. «Franz Stadelmann hat eine spezielle Art. Er strahlt Lebensfreude und Humor aus. Das kommt in seinen Liedern und Gedichten zur Geltung. Seine Werke handeln vom Ursprünglichen und Natürlichen, von wo wir kommen und wo wir hingehören», sagte der Bundesrat gestern Abend anlässlich der Buchvernissage des Werks «Franz Stadelmann – Ein Entlebucher Leben» (Autor Hanspeter Eggenberger). Rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Jodlerfreunde aus der ganzen Schweiz kamen zur Buchvernissage ins Gasthaus Krone.

Ueli Maurer liebt «E gschänkte Tag»

Kennen gelernt haben sich der Jodler und der Bundesrat vor mehr als zwanzig Jahren. «Ich habe seine Tonträger gekannt, bevor ich ihm erstmals begegnet bin. Solche Typen wie Franz Stadelmann brauchen wir, je länger je mehr. Denn Volksmusik und Jodelgesang hat viel mit unserer Herkunft zu tun», sagte Maurer. Welches sein liebstes Jodellied sei, wollte unsere Zeitung vom Bundesrat wissen. Fast ein wenig verlegen gestand Bundesrat Ueli Maurer, dass es keines von Franz Stadelmann sei, sondern «E gschänkte Tag» (Anm. der Redaktion, von Adolf Stähli). Und als der Bundesrat dann noch den Steimandli-Jutz des Obwaldner Komponisten André von Moos dem Entlebucher Franz Stadelmann «anhängen» wollte, war dies ihm dann schon eher etwas peinlich. Von Franz Stadelmann kamen dem Bundesrat das Jodellied «Dankbarkeit» und der «Beichle-Jutz», so etwas wie die Entlebucher Hymne, in den Sinn. Vorsingen wollte er die Stücke aber nicht. «Ich kann weder singen noch jodeln», gestand Maurer.

Hinweis

Das Buch ist im Fachhandel und im Stubete Verlagshaus AG, 4514 Lommiswil, Telefon 032 645 05 36, info@stubete.ch erhältlich.

Erfolgsgeschichte

Biografie mvg. Franz Stadelmann (72) ist einer der ganz Grossen in der Schweizer Volksmusikszene. Die Musikalität wurde ihm in die Wiege gelegt. Stadelmann wuchs mit sechs Geschwistern auf dem Bauernhof Rämis in Escholzmatt auf. In der Familie wurde viel gesungen und musiziert. Franz Stadelmann ist mit Martha Stadelmann-Schöpfer verheiratet, Vater eines Sohnes (Reto) und einer Tochter (Corinne). Wo der Jodler, Komponist, Dirigent, Jodelkursleiter, Prix-Walo-Gewinner, Träger des Goldenen Violinschlüssels, Dichter, Bauer, Älpler, Kapellmeister, Jäger, Automechaniker, Fahrlehrer, Ehren- und Jurymitglied des Eidgenössischen Jodlerverbandes auftritt, ist ihm Erfolg garantiert. Über 250 Kompositionen stammen aus seiner Feder. Einige wurden zu nationalen Hits. Die bekanntesten sind «Daheim», «Dankbarkeit», «Oh Äntlibuech» sowie der Naturjodel «Beich­le-Jutz». Letzterer wurde am Eidgenössischen Jodlerfest 2008 in Luzern von über 100 000 Jodlerinnen und Jodlern gemeinsam rund ums Seebecken gejodelt.

Mit der Schwester im Duett

Wer vom umtriebigen Jodler Franz Stadelmann spricht, der muss im gleichen Atemzug seine Schwester Vreny Alessandri-Stadelmann (58) erwähnen. Sie war massgeblich am Erfolg ihres Bruders beteiligt. 1960 traten Vreny und Franz Stadelmann erstmals öffentlich auf. Vreny war damals gerade vier Jahre alt, Franz 18. Ihr erster gemeinsamer Auftritt war auch zugleich der Startschuss für eine erfolgreiche, gemeinsame Karriere als Jodlerduett Vreny und Franz Stadelmann. Während über 40 Jahren leitete Franz Stadelmann den Jodlerklub Alpenglühn Wiggen. Heute ist er noch als Dirigent aktiv beim Chörli der Kantonspolizei Bern und dem Jägerchörli Amt Entlebuch.