ESCHOLZMATT: Ein Hauch von Ben Hur am Schesiwagenrennen

Am Schesiwagenrennen in Escholzmatt fuhren gestern aufgemotzte Kinderwagen durch die Strassen.

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Ein Kopf-an-Kopf-Rennen: die Schesipiloten am Güdisdienstag auf der Rennstrecke im Dorfkern von Escholzmatt. (Bild Roger Zbinden/Neue LZ)

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen: die Schesipiloten am Güdisdienstag auf der Rennstrecke im Dorfkern von Escholzmatt. (Bild Roger Zbinden/Neue LZ)

Mit lautem Gebrüll stürzen sich die jungen Schieber der Schesiwagen in die Kurve. Durch Escholzmatt weht ein Hauch von Ben Hur. Am elften Schesiwagenrennen fuhren gestern 17 Piloten vor rund 300 Zuschauern um Ehre und Medaillen. In dieser nicht-olympischen Wettkampfdisziplin fährt man mit Kinderwagen, oder eben Schesiwagen, um die Wette. Prämiert wird auch die Originalität der selbst dekorierten Kinderwagen. Etwaige Kinder werden vorher aus den Wagen entfernt.

Der Dominator Jérôme Kaufmann
Jemand, der seine Kategorie in diesem Jahr dominierte, war Jérôme Kaufmann (12). In der Kategorie der jungen Erwachsenen lässt er mit seinem Schweinegrippewagen alle Konkurrenten hinter sich. «Ich freue mich riesig über die Goldmedaille und den Pokal», sagt Jérôme Kaufmann. Die Tatsache, dass er der einzige Starter in seiner Kategorie war, habe aber schon ein bisschen geholfen. Aber man solle dieses Detail nicht überbewerten.

Zwei alte Hasen im Rennzirkus lassen sich von Jérôme inspirieren. Die beiden neunjährigen Escholzmatter Muhamed und Dominik pausieren in diesem Jahr. «Wenn wir in der siebten Klasse sind, steigen wir wieder ins Renngeschäft ein», sagt Dominik. «Dann sind wir hoffentlich auch die Einzigen in unserer Kategorie, und die Medaillen und der Pokal sind uns sicher», sagt Muhamed. Auch im Schesiwagenrennsport ist die richtige Strategie die halbe Miete.

Rivalität der Hamburger
Auch für die Guuggenmusigen aus Escholzmatt ist das Rennen von grosser Bedeutung. Neumitglieder, sogenannte Hamburger, müssen sich am Schesiwagenrennen bewähren. Ein Sieg ist ein klarer Indikator für hohe Hamburgerqualität. Dieses Jahr gewannen die «Ratteschwänz» vor den «Änteguuggern». Raphi Renggli, ein «Ratteschwanz», ist vom Ergebnis nicht überrascht. «Dieses Jahr haben wir gute Hamburger.» Ben Hur hätte dies sicher gefreut.

Lukas Scharpf