ESCHOLZMATT: Federchen in der Luft und die Ski am Boden am Umzug in Escholzmatt

Den «Äschlismattern» brennen einige Themen unter den Nägeln. Diese wurden originell und bissig am Umzug präsentiert.

Drucken
Teilen
«Ab und weg ... Nachtskifahren auf der Marbachegg» heisst das Sujet der Wagabunden Marbach. (Bild Manuela Jans-Koch)

«Ab und weg ... Nachtskifahren auf der Marbachegg» heisst das Sujet der Wagabunden Marbach. (Bild Manuela Jans-Koch)

 

 

Fasnachtsumzüge: Weitere Bilder finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

So ein Fasnachtsumzug ist ja immer auch ein bisschen ein Jahresrückblick, der farbenfroh und amüsant, doch auch gerne mit einer Prise Scharfzüngigkeit versehen sein darf. Gleich mehrere Themen wurden da gestern von verschiedenen Gruppierungen originell umgesetzt. So blickte man auf das 1. Entlebucher Motocross-MXRS-Race zurück, welches letzten Herbst in der Gemeinde stattgefunden hatte. Die Kolbenfresser knatterten lautstark auf ihren Töffli den Wagabunden Marbach hinterher, die eine wahre Hüttengaudi auf ihrem Wagen veranstalteten. Ein Fondueplausch, eine Schlittelpiste und nimmermüde Skifahrer auf dem Asphalt machten das Nachtskifahren auf der Marbachegg zum Thema. Die Töfflibuebe liessen einen Motocross-Fahrer samt Töff in die Höhe schweben, und die Strübi Chrüter brachten ihre Leidenschaft zum Motocross schriftlich zum Ausdruck: «Du bist nicht du, wenn du nicht am Dräcken bist!»

Dezember-Wetter wie im Sommer

Viel reiner und weisser ging es bei drei weiteren Gruppierungen zu und her. Sie alle verteilten feine Federchen in die Luft, die durch die ziemlich kalte Bise munter mit den Konfetti um die Wette tanzten. Die Kinder- und Jugendtanzgruppe Escholzmatt nahm den kultigen TV-Spot der Bettwarenfabrik Fischer aufs Korn. Die Familienfasnachtsgruppe Röthlisberger bot gar eine «Schneeflocken-Aktion 3 für 2» an. Herrlich der Wagen des Jodlerklubs Escholzmatt: «Dä Dezember hemmer die ­zweitchöutischte Sommerferie gha», wunderten sie sich über die Wetterkapriolen – und liessen einen Sonnenhungrigen im T-Shirt unter dem Christbaum hocken.

Die Diskussion um ein Verbot des Edelweisshemdes sorgte für Zündstoff. Der FC Äschlismatt-Marbach fand: «Jetzt wirds kompliziert» und befürchtete, dass als Nächstes das Matterhorn oder gar unser Käse verboten werden könnte. Das Jodlerchörli Lehn lud zum bissig umgesetzten «Schwinger-, Älpler- und Burkafest» in den Sägemehlring. Für den passenden Fasnachtssound und mitwippende Hüften sorgten nicht weniger als neun Guuggenmusigen aus dem Dorf und der Umgebung.

Yvonne Imbach