ESCHOLZMATT: Kapelle soll aus Dornröschenschlaf erwachen

Die Katharinenkapelle ist in einem erbärmlichen Zustand. Doch bald soll sie wieder ein gut besuchtes Kleinod sein.

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Die Katharinenkapelle in Escholzmatt weist viele Schäden auf, der morsche Boden bricht ein. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Die Katharinenkapelle in Escholzmatt weist viele Schäden auf, der morsche Boden bricht ein. (Bild: Roger Grütter / Neue LZ)

Mehr Bilder zur Kapelle St. Katharina finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
15 Bilder
Ein Betfenster in der St. Katharina Kapelle aus dem Jahr 1646. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Drei Risse in der Kapelle: Einer links, einer rechts und in der Mitte ist auch noch einer zu sehen. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Die Decke der Kapelle. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Die St. Katharina Kapelle aus dem Jahr 1646 wird renoviert. Hier im Bild: Der defekte Boden in der Kapelle. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Die fehlenden Fensterdichtungen... (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
... und die Aussenfassade müssen dringend renoviert werden. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Der Altar in der St. Katharina Kapelle. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Im Bild ist das Familienwappen von Stiftungsgründer Wilhelm Limacher. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))
Die Aussenansicht der Kapelle. (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))

St. Katharina Kapelle (Bild: Roger Gruetter (Neue LZ))

Auf den ersten Blick übersieht man sie leicht. Die Katharinenkapelle aus dem Jahr 1646 steht an der Kantonsstrasse im Schatten der mächtigen Fassade eines Nachbarhauses. Früher markierte die Kapelle den Eingang zum Dorf Escholzmatt und wurde rege genutzt. Als 1892 mit dem Bau der heutigen Pfarrkirche St. Jakob begonnen wurde, diente die Kapelle St. Katharina als Kirchenersatz. Heute aber wird das Kirchlein kaum mehr beachtet. Die Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen. Jetzt soll die unter Denkmalschutz stehende Kapelle saniert werden (siehe Kasten). Am nächsten Donnerstag stimmt die katholische Kirchgemeinde Escholzmatt über einen Sonderkredit in der Höhe von 303 000 Franken ab. Die Kirchgemeinde ist für die Vorfinanzierung der Arbeiten zuständig.

Massive Schäden durch Feuchtigkeit

Gestern haben drei Vertreter der Planungs- und Baukommission an einer Medieninformation über die geplanten Arbeiten, die Finanzierung sowie über die Bedeutung der Kapelle informiert. «Der Zustand der Katharinenkapelle ist sehr bedenklich, eine Nutzung ist nicht mehr möglich», sagt Thomas Thalmann, Präsident der Baukommission und Vizepräsident des Kirchenrates.

Baufachmann Peter Pfister erläutert: «Die Schäden sind vor allem durch angestaute Feuchtigkeit entstanden. Ein dichtes Betonfundament verhindert ein Austrocknen der aufstossenden Feuchtigkeit, die so in der Kapelle bleibt.» Ein Augenschein vor Ort zeigt die verheerenden Auswirkungen. Der Holzboden ist stellenweise verfault und bricht ein, die Sandsteintreppe ist durch Moosflecken grün verfärbt. Die hohe Luftfeuchtigkeit hat auch grosse Schäden am Altar und den Bildern angerichtet. Eingedrungenes Dachwasser hat einzelne Deckenkassetten verfärbt.

Bedeutende Porträtbilder

Die Katharinenkapelle gehört in der Pfarrei Escholzmatt zu den kunsthistorisch beachtlichen Bauwerken. Sie wurde 1646 vom Weibel Wilhelm Limacher zu Ehren der hl. Katharina sowie der Vierzehn Nothelfer gestiftet. «Besonders erwähnenswert ist der Altar von 1646, der Parallelen zum Altar der Luzerner Hofkirche aufweist», sagt Franz Zemp, Mitglied der Baukommission. Das Altarbild der hl. Katharina wurde 1892 ersetzt durch ein Gemälde im Nazarenerstil. «Von grosser historischer und kunsthistorischer Bedeutung sind die zwei Porträtbilder von Bruder Klaus und des Mailänder Erzbischofs Carlo Borromeo, der als Förderer für die Heiligsprechung von Bruder Klaus gilt», erläutert Zemp. Auch der Chorbogen von 1646 mit einer Kreuzigungsgruppe und die zwei Bilder mit den Vierzehn Nothelfern gilt als Besonderheit.

Nach der Sanierung soll die Kapelle, die 30 bis 40 Personen fasst, wieder rege genutzt werden unter anderem für kulturelle Veranstaltungen wie kleinere Konzerte und Lesungen. Läuft alles nach Plan, soll sie am Katharinentag, dem 25. November 2015, eingeweiht werden.

Susanne Balli

Hinweis

Die Kirchgemeindeversammlung findet am 29. Januar, 20 Uhr, im Pfarrsaal Escholzmatt statt.