Essen im Hort
Mittagstisch: Krienser Kinder werden von Zürcher Caterer verköstigt

Der Stadt Kriens fehlt die nötige Infrastruktur um 72'000 Gerichte zu produzieren. Nun bekommt ein Externer den Auftrag für die nächsten vier Jahre, der in der Region Luzern bereits bekannt ist.

Sandra Monika Ziegler
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Zmorge, Zmittag, Zvieri: Das Essen für Krienser Horte wird künftig vom Zürcher Caterer Menu and More AG geliefert. Gründe für den externen Lieferanten sind das Fehlen eigener geeigneter Infrastruktur und des Platzes, wie die Stadt Kriens mitteilt. Der Zürcher Lieferant ist kein Unbekannter. Er gilt als Marktführer für die Verköstigung der Kinder und liefert bereits in die Zentralschweiz. «Das Unternehmen beliefert schon Emmen und Kitas in der Stadt und nun kommt noch Kriens dazu. Es ist keine Extratour», sagt Markus Buholzer, Rektor Volksschulen Kriens.

Das Mittagessen gehört zur Tagesstruktur.

Das Mittagessen gehört zur Tagesstruktur.

Bild: Andrea Stalder

Fünf Unternehmen hätten sich anfänglich für die Lieferung interessiert, darunter auch drei Firmen mit einem Standort oder dem Hauptsitz im Kanton Luzern, wird weiter mitgeteilt. «Die Erfüllung der aufgestellten Kriterien wie etwa Ausgewogenheit, Gesundheit, Logistik und die eingereichten Referenzmenüpläne haben den Ausschlag gegeben», erklärt Markus Buholzer und fügt an: «Und die Professionalität sowie Flexibilität haben überzeugt.» So gebe es etwa nebst vegetarischen Varianten auch glutenfreie Mahlzeiten.

Mahlzeiten werden schockgefroren geliefert

Die Stadt Kriens führt die Horte seit dem Jahr 2018 innerhalb der Strukturen der Volksschule selber. Die Verpflegung der Kinder gehört zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Angebot der Tagesstrukturen. Das Auftragsvolumen von 370 000 Franken umfasst in den 38 Schul- und 11 Ferienhortwochen rund 4700 Morgenverpflegungen, 46 000 Mittagessen und rund 22 000 Zvieris. Das hätte mit der aktuellen Infrastruktur und dem bestehenden Personal nicht gestemmt werden können. Rektor Buholzer sagt: «Die Infrastruktur der Küche hätte für solch eine Zahl von Mahlzeiten ausgebaut werden müssen, der Ausbau zu einer Grossküche hätte Kosten gegen eine Million Franken verursacht.»

Geliefert werden die schockgefrorenen Mahlzeiten mitsamt den Geräten, um sie zu wärmen. Nach 30 bis 40 Minuten seien alle Kinder bedient. Der Wechsel zu einem externen Anbieter sei für die Stadt Kriens praktisch kostenneutral. Nebst den gesparten Erneuerungskosten biete diese Lösung organisatorisch viele Vorteile und sichere auch das mutmasslich stattfindende weitere Wachstum ab, wird weiter mitgeteilt. Der Krienser Stadtrat hat den Auftrag für die nächsten vier Jahre an den Zürcher Anbieter vergeben. Nach Ablauf dieser Zeit könnte neu entschieden werden. «Spätere Synergien mit dem geplanten Ersatzbau für das heutige Altersheim Grossfeld sind nicht ausgeschlossen», sagt Markus Buholzer.

Emmen hat den Vertrag verlängert

Die Gemeinde Emmen hatte sich bereits 2018 für den Lieferanten Menu and More engagiert. Damals hiess es noch, der Vertrag werde nach zwei Jahren neu ausgeschrieben. Dazu kam es aber nicht, wie der Emmer Gemeinderat Brahim Aakti (SP), Direktor Schule und Kultur, auf Anfrage erklärt: «Wir haben letztes Jahr nicht eine Ausschreibung durchgeführt, sondern die bei der erstmaligen Vertragsunterzeichnung ausgehandelte Option für eine Vertragsverlängerung mit Menu and More gezogen. Diesen Herbst werden wir eine neue Ausschreibung für das Schuljahr 2022/23 durchführen.» In Emmen wurden letztes Jahr mit einem Auftragsvolumen von rund 165 000 Franken Kinder verköstigt.