Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Etappensieg für den Luzerner Durchgangsbahnhof

Die Ständeratskommission bessert beim Ausbau der Bahninfrastruktur nach: Sie will, dass der Durchgangsbahnhof Luzern mit dem nächsten Ausbauschritt fertig geplant wird. Selbst ein Baustart vor 2028 wäre nun möglich. Die Luzerner Regierung ist erfreut.
Christian Glaus
Visualisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern. (Bild: PD)

Visualisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern. (Bild: PD)

«Wir haben für Luzern und die Zentralschweiz erreicht, was zu erreichen war.» Dies hält der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber gegenüber unserer Zeitung fest, nachdem die zuständige Kommission des Ständerats am Montag den Ausbauschritt 2035 für die Bahninfrastruktur zu Ende beraten hat. Zwei Anträgen wurde in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen zugestimmt, mit denen die Weichen für den Bau des Durchgangsbahnhofs gestellt werden. Konkret ist nun im Ausbauschritt 2035 festgehalten, dass der 2,4 Milliarden Franken teure unterirdische Bahnhof inklusive Auflageprojekt geplant wird. Sollte die Projektierung zügig voranschreiten und andere Projekte harzen, könnte ein Baustart sogar vorgezogen werden.

Das ist ein wichtiger Etappensieg für die Zentralschweiz. Denn in der ursprünglichen Botschaft des Bundesrats war der Durchgangsbahnhof Luzern nicht im Ausbauschritt 2035 enthalten. Es war lediglich erwähnt, dass die Aufnahme des Projekts in den Ausbauschritt 2040 geprüft wird. Entsprechend gross war die Enttäuschung in der Zentralschweiz und insbesondere in Luzern. «Nun ist sichergestellt, dass die Projektierung inklusive Auflageprojekt ohne Unterbruch erfolgen kann», sagt Konrad Graber.

«Mit diesen Beschlüssen der Kommission wurde die definitive Basis für den Durchgangsbahnhof Luzern gelegt. Dieser wird damit bestimmt in den Ausbauschritt 2040 aufgenommen.»

Voraussetzung sei allerdings, dass National- und Ständerat zustimmen, sagt Graber relativierend. Doch das dürfte angesichts des klaren Entscheids der Kommission Formsache sein. Sie ist einstimmig dafür, die Projektierung inklusive Auflageprojekt des Durchgangsbahnhofs Luzern in den Ausbauschritt 2035 aufzunehmen.

Was bedeuten die Beschlüsse konkret für Bau und Eröffnung des Durchgangsbahnhofs? Ob sie überhaupt einen Einfluss haben, ist ungewiss. Denn das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die SBB rechnen damit, dass die Projektierung bis 2028 dauert. Bereits 2026 wird der Bundesrat die Botschaft für den Ausbauschritt 2040 vorlegen. Somit wäre ohnehin ein lückenloser Übergang möglich gewesen. Nun hat aber die Zentralschweiz die von ihr geforderte hohe Verbindlichkeit erhalten, dass der Durchgangsbahnhof nach der Projektierung auch realisiert werden kann. Eine Inbetriebnahme um 2040 wird damit wahrscheinlich.

Der Luzerner Regierungspräsident Robert Küng (FDP) nimmt den Entscheid der Ständeratskommission erfreut zur Kenntnis, wie er auf Anfrage unserer Zeitung erklärt:

«Damit ist ein wichtiger Schritt für dieses wegweisende Projekt erreicht und ist eine unterbruchsfreie Projektierung inklusive Auflageprojekt möglich.»

Für diese Lösung habe sich die Luzerner Regierung in den letzten Wochen in Zusammenarbeit mit den Zentralschweizer Kantonen und Parlamentariern eingesetzt. Für Küng ist die Arbeit damit aber noch nicht getan. Nun folgt die Beratung im National- und Ständerat. «Die Luzerner Regierung setzt sich dafür ein, dass der vorliegende Kommissionsbeschluss auch in den Räten gutgeheissen wird.»

Einsprachen und schwieriger Untergrund als Risiken

Nachdem die politischen Weichen für das Milliardenprojekt gestellt sind, lauern die grössten Risiken bei der Realisierung. Einsprachen oder Probleme beim Bau im anspruchsvollen Untergrund unter dem Vierwaldstättersee können zu Verzögerungen führen. Immerhin hat BAV-Direktor Peter Füglistaler gemäss Ständerat Konrad Graber zugesichert, dass das Projekt Durchgangsbahnhof mit hoher Priorität weitergeführt wird.

Für die Planung des Durchgangsbahnhofs stehen derzeit 100 Millionen Franken zur Verfügung. Die SBB haben für das Projekt bereits ein eigenes Team eingesetzt. Geleitet wird dieses von Massimo Guglielmetti (wir berichteten). Der 41-Jährige leitet seit Anfang 2017 die Infrastrukturplanung der SBB in der Region Mitte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.