Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ethik erhält bei der Stadtluzerner Pensionskasse mehr Gewicht

Die städtische Pensionskasse will ihre Abhängigkeit von klimaschädlichen Branchen verringern. Auch bei Kriegsmaterialien hat sie ihre Richtlinien angepasst.

Investiert die Pensionskasse der Stadt Luzern (PKSL) in Firmen, welche die Klimaerwärmung fördern? Das wollten die Grünen vom Stadtrat wissen. Nun liegt die Antwort der Stadtregierung auf die Interpellation vor. Demnach wurde das Anlagevermögen der städtischen Pensionskasse 2017 einer «Klimaverträglichkeits-Analyse» unterzogen.

Fazit: Insgesamt 61 Millionen Franken sind in besonders klimarelevanten Sektoren angelegt. Das entspricht 4 Prozent des Gesamtvermögens der Pensionskasse. Negativ vermerkt ist dabei insbesondere die Automobilindustrie. Die PKSL versichert als selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Luzern und weiterer Arbeitgeber gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Tod und Invalidität.

Firmen zu mehr Umweltschutz auffordern

Die PKSL habe bereits diverse Massnahmen getroffen, um die Abhängigkeit von klimaschädlichen Branchen zu verringern, schreibt der Stadtrat. Dabei stehe der Dialog mit den Firmen im Vordergrund. So sei die PKSL seit 2008 Mitglied im «Ethos Engagement Pool Schweiz». Seit 2018 ist sie zudem Mitglied bei «Ethos Engagement Pool International». Dessen Ziel ist beispielsweise, acht europäische Stromversorger zur Entwicklung von umweltfreundlichen Strategien zu ermutigen.

Die 100 grössten Emittenten von Treibhausgas sollen zudem angehalten werden, ihre Emissionen zu reduzieren. Ausserdem sind gemeinsame Briefe an Öl- und Gasfirmen sowie an die Regierungen der G7 geplant – mit der Aufforderung, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Anpassung auch bei Ausfuhr von Kriegsmaterial

Bereits Ende 2017 hatte die städtische Pensionskasse ihre Anlagepolitik in Sachen Kriegsmaterial angepasst. Im entsprechenden Passus des Anlagereglements heisst es seitdem neu: «Die PKSL schliesst Firmen aus, die in Bereichen tätig sind, die durch internationale und durch die Schweiz ratifizierte Konventionen oder Verträge geächtet sind (insbesondere Nuklearwaffen, bakteriologische und chemische Waffen, Streumunition und Antipersonenminen).»

Die Pensionskasse reagierte damit auf die Initiative «für ein Verbot von Luzerner Kriegsgeschäften», welche die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), Juso, SP und Junge Grünen der Stadt Luzern eingereicht hatten. Sie verlangte, dass das Finanzvermögen der Stadt Luzern nicht in Unternehmungen angelegt werden darf, «die mehr als 5 Prozent ihres Umsatzes mit der Herstellung, Entwicklung oder Instandhaltung von verbotenem Kriegsmaterial erzielen».

Bei der PKSL waren damals gemäss deren eigenen Angaben rund 450'000 Franken Anlagegelder einzelner Anlagefonds in Firmen investiert, die verbotene Rüstungsgüter herstellten. Dies bei einem Gesamtvermögen von rund 1,5 Milliarden Franken. Die PKSL hatte alle Anlagefonds dieser Firmen veräussert, worauf die Initianten ihre Initiative zurückzogen. Auf nationaler Ebene ist eine ähnliche Initiative immer noch hängig. (rk/hb)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.