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Ettiswil: Wakeboarder warten auf die Spendenwelle

Mit neuem Schwung haben die Initianten von Wake and Camp Ettiswil eine Crowdfunding-Aktion für ihre Wassersportanlage gestartet. Um die 50'000 Franken zusammenzubringen, wird die Zeit allerdings knapp.
Urs-Ueli Schorno
Eine Wakeboard-Anlage am Genfersee. (Bild: Magali Girardin/Keystone, 2. Mai 2015)

Eine Wakeboard-Anlage am Genfersee. (Bild: Magali Girardin/Keystone, 2. Mai 2015)

Es ist die nächste Hürde – oder um im Bild zu bleiben – die nächste Welle, die das Projekt Wake and Camp in Ettiswil nehmen will: Mit der Vorprüfung müssen die Verantwortlichen Willi Bernet und Bruno Zemp den Kanton Luzern überzeugen, dass der künstliche See inklusive Liftanlage und Campingplatz für Wassersportler mit dem Richtplan in Einklang zu bringen ist. Die Unterlagen dazu will man noch heuer einreichen. Doch während Wakeboarder locker-lässig übers Wasser gleiten, harzt es in Ettiswil mit der Finanzierung der Papierarbeit, die nötig ist.

Für Studien, Abklärungen und Berichte rechnet Bernet mit Kosten von über 50'000 Franken – das Geld soll von Wakeboardern, Wassersportbegeisterten und anderen Sympathisanten kommen. Auf Funders.ch, der Crowdfunding-Plattform der Luzerner Kantonalbank, sind aber erst rund 19'000 Franken gespendet worden, es bleiben noch 17 Tage. «Wir sind schon etwas überrascht, dass das Crowdfunding nicht besser angelaufen ist», sagt Willi Bernet. Zur Erinnerung: Erreicht das Projekt den angestrebten Betrag nicht, erhalten die Initianten keinen Rappen.

Dabei ist in den letzten Monaten endlich Bewegung ins Projekt gekommen: Nachdem 2015 ein 7 Hektar grosses, geeignetes Landstück gefunden wurde, erhielten Bernet und Zemp grünes Licht für die Vorprüfung. Bei einem positiven Entscheid könnte die Umzonung 2018 der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegt werden (Ausgabe vom 14. Februar).

Viel Zuspruch, aber wenig konkrete Unterstützung

Erstaunt über die ausgebliebene Spendenwelle ist Bernet auch deshalb, weil er sehr viel Zuspruch erhielt. Wassersportler, der lokale Tourismusverband, aber auch die Gemeinde stehen wortreich hinter ihm. Ein Beispiel: Guido Iten, Präsident des Vereins Pro Region Willisau-Wiggertal, lässt sich auf der Website www.wakeandcamp.ch begeistert zitieren: «Wir sind fest davon überzeugt, dass die Realisierung der geplanten Wake-and-Camp-Anlage für die Region Willisau eine grosse touristische Wertschöpfung sowie ein entsprechendes Entwicklungs- und Wachstumspotenzial bringen würde.» Viel Goodwill also. Aber: Auf der Website von Willisau Tourismus scheint das Projekt inexistent zu sein. Iten sagt dazu: «Unsere Website stellt bereits vorhandene Angebote ins Zentrum.» Denn Gäste würden die Seite vor allem besuchen, um einen Ausflug zu planen. Laufenden Projekten würden aber andere Kanäle zur Verfügung gestellt. «So ist beispielsweise beim nächsten Newsletterversand vom Freitag auch ein Beitrag zum Crowdfunding von Wake and Camp eingeplant.»

Obwohl das Projekt vielen gefalle, seien sie «nicht bereit, dafür zu zahlen», sagt Bernet. Dem sei möglicherweise so, weil man sich nicht als klassisches Start-up präsentieren könne, sondern zunächst Geld brauche, um die nötigen Bewilligungen zu erwirken.

Vergleichbare Projekte, etwa «WakeWeeks» in Davos, zeigen aber: Grundsätzlich ist es möglich, Beträge in der Höhe jener von Ettiswil per Crowdfunding zu sammeln. Rund 40'000 Franken kamen dort zusammen. Vor kurzem wurde ein temporärer Wakeboardlift realisiert, der jeweils für einige Wochen in Betrieb ist. Marketingleiterin Martina Lütscher sagt: «Wichtig ist, dass es gelingt, die Community anzuzapfen.» Die Nachfrage nach Alternativen zum Wakeboarden mit dem Boot sei vorhanden. «Ein Wakeboardlift ermöglicht gerade auch Eltern, ihr Hobby auszuüben und die Kinder mitzunehmen.» Zudem sei das Angebot, Camping und Wakeboard zu verbinden, aus ihrer Sicht Erfolg versprechend.

Marketingleiterin Lütscher ermuntert Bernet, weiter auf allen Kanälen Werbung zu machen. Dieser unternimmt mit Videos auf Facebook sowie Mundpropaganda viel, um Unterstützer für sein Wake and Camp zu gewinnen, in das er seit 2011 viel Herzblut gesteckt hat. Er hat auch einen Plan B zur Hand, sollte das Crowdfunding nicht zu Stande kommen. «Dann bezahlen wir wie bis anhin alle Studien und Ingenieurkosten aus dem eigenen Sack. Das Projekt verfolgen wir so oder so weiter.»

Hinweis: Das Crowdfunding-Projekt finden Sie unter www.funders.ch/projekte/wake-and-camp.

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