EURO 08: Busse für selbstgedruckte EM-Shirts?

Barnetta, Frei und Co. sind gerade bei Kindern ein beliebtes T-Shirt-Motiv. Doch bei den Druckereien weiss man nicht, ob man diese überhaupt drucken darf.

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Theresia Stössel von der Multi Reflex in Luzern bereitet ein T-Shirt mit einem Mannschaftsfoto der Schweizerfussballnati für den Druck vor (gestellte Szene). (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Theresia Stössel von der Multi Reflex in Luzern bereitet ein T-Shirt mit einem Mannschaftsfoto der Schweizerfussballnati für den Druck vor (gestellte Szene). (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Der Geschäftsführer einer Luzerner Textilbedruckerei ist verunsichert. Ihm flatterte ein Schreiben des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) in die Firma. Titel: «Rechtliche Situation im Zusammenhang mit den Schweizerischen Fussball-Nationalmannschaften». Darin heisst es, dass die Fotos der Schweizer Nationalspieler nicht zu kommerziellen Zwecken verwendet werden dürfen. Sobald dies geschehe, betrete man ein Spielfeld mit «klar geregelten, rechtlichen Begrenzungslinien», steht weiter im Brief. «Der SFV nimmt Missbräuche und Verletzungen der Rechte (...) sehr ernst und behält sich vor, entsprechende rechtliche Schritte einzuleiten.» 

Geschäftsführer A. hat nun Angst davor, sich strafbar zu machen: «Zu uns ins Geschäft kommen Kunden, oft kleine Kinder, die gerne ihren Lieblings-Nationalspieler auf ihrem T-Shirt oder Kissen hätten. Jetzt wissen wir nicht, ob wir dies überhaupt drucken dürfen oder ob wir uns damit strafbar machen.»

Fussballverband relativiert
Solch kleine Freuden will der Fussballverband nicht verderben. Robert Breiter, juristischer Sekretär vom SFV, relativiert die deutlichen Zeilen im verschickten Brief: «Dieses Schreiben richtet sich hauptsächlich an Unternehmen und Werbeagenturen.» Das Problem sei, die Trittbrettfahrer rund um die Europameisterschaft zu bremsen. «Da gibt es viele, die von der momentanen Euphorie profitieren wollen.»

Breiter gibt auch Entwarnung für diejenigen, die sich für den Eigengebrauch ein Foto eines Nationalspielers auf ein T-Shirt oder ein Bettkissen drucken wollen: «Solange solche T-Shirts nicht verkauft werden oder damit keine Werbung gemacht wird, werden wir nicht dagegen vorgehen.»

Michael Graber

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.