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Euro-Bird-Watch in Kriens: Die etwas andere Flugshow

Vogelbegeisterte haben am Samstag auf dem Krienser Sonnenberg Vögel gezählt, die in den Süden fliegen. Beim Besuch vor Ort erklärten Hobby-Ornithologen alles rund um Zugvögel.
Jonathan Biedermann
Ein von Bird Life organisierter Anlass auf dem Sonnenberg bietet Ornithologie-Interessierten die Möglichkeit, die Zugvögel bei ihrem Weg in den Süden zu beobachten. (Bild: Dominik Wunderli, 5. Oktober 2019, Kriens)

Ein von Bird Life organisierter Anlass auf dem Sonnenberg bietet Ornithologie-Interessierten die Möglichkeit, die Zugvögel bei ihrem Weg in den Süden zu beobachten. (Bild: Dominik Wunderli, 5. Oktober 2019, Kriens)

Zum 26. Mal beobachten Vogelbegeisterte an diesem Wochenende europaweit Vögel, die sich im Herbst in Richtung Süden aufmachen. Auf dem Sonnenberg in Kriens standen am Samstagmorgen 10 Vogelbegeisterte und Hobbyornithologen bereit. Den Anlass organisierte Kriens Natur zusammen mit der Ornithologischen Gesellschaft Luzern (OGL) - beides Sektionen von Birdlife Luzern - bereits zum 15. Mal.

Ausgerüstet mit Fernglas, Fernrohr und gutem Gehör beobachten Hobbyornithologen am Samstagmorgen Zugvögel, die auf dem Weg in den Süden sind. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Ausgerüstet mit Fernglas, Fernrohr und gutem Gehör beobachten Hobbyornithologen am Samstagmorgen Zugvögel, die auf dem Weg in den Süden sind. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Robert Sticher (Präsident von Kriens Natur) erklärt Interessierten alles rund um Zugvögel. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Robert Sticher (Präsident von Kriens Natur) erklärt Interessierten alles rund um Zugvögel. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Ein Schwarm Kormorane zieht am Sonnenberg vorbei. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Ein Schwarm Kormorane zieht am Sonnenberg vorbei. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Kormorane ziehen die Hobbyornithologen in den Bann. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Kormorane ziehen die Hobbyornithologen in den Bann. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Mit dem Fernglas lassen sich die Vögel schon aus weiter Distanz erblicken. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Mit dem Fernglas lassen sich die Vögel schon aus weiter Distanz erblicken. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Nicht immer lassen sich Zugvögel mittels Fernglas bestimmen... (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Nicht immer lassen sich Zugvögel mittels Fernglas bestimmen... (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

...um etwa einen Greifvogel zu beobachten, muss das Fernrohr zur Hand gehen. Denn diese bleiben gerne auf Distanz. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)...um etwa einen Greifvogel zu beobachten, muss das Fernrohr zur Hand gehen. Denn diese bleiben gerne auf Distanz. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Vögel lassen sich auch mittels Gehör identifizieren. Die unterschiedlichen Arten haben jeweils charakteristische Rufe. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Vögel lassen sich auch mittels Gehör identifizieren. Die unterschiedlichen Arten haben jeweils charakteristische Rufe. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Die Teilnehmer zählen die Vögel, die in Richtung Süden unterwegs sind. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Die Teilnehmer zählen die Vögel, die in Richtung Süden unterwegs sind. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Nicola Haltinger notiert alle Zugvögel, die die Gruppe beobachtet und bestimmt hat. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Nicola Haltinger notiert alle Zugvögel, die die Gruppe beobachtet und bestimmt hat. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Das regnerische Wetter hielt die Vogel-Freunde nicht von ihrem Vorhaben ab. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Das regnerische Wetter hielt die Vogel-Freunde nicht von ihrem Vorhaben ab. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Die Ornithologiebegeisterten erblicken eine Gruppe Ringeltauben auf dem Acker vor Ihnen. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Die Ornithologiebegeisterten erblicken eine Gruppe Ringeltauben auf dem Acker vor Ihnen. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)
Christian Schano von der Vogelwarte Sempach auf der Suche nach Zugvögeln. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Christian Schano von der Vogelwarte Sempach auf der Suche nach Zugvögeln. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Im Bild sind Kormorane auf ihrem Vorbeiflug zu sehen. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)Im Bild sind Kormorane auf ihrem Vorbeiflug zu sehen. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

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Die Vögel ziehen in den Süden - und werden von Ornithologie-Begeisterten beobachtet

Ausgerüstet mit Feldstechern, Fernrohren und gutem Gehör. Richtig: Die Vögel erkennt man nicht (nur) an ihrem Federkleid, sondern (auch) an ihren charakteristischen Rufen. Für den Laien ist es schwierig, diese zu unterscheiden.

Nicht so für Christian Schano von der Vogelwarte Sempach. Der Doktorand und Vogelexperte könne alleine mit seinem Gehör über 200 Vogelarten bestimmen. Schano imitiert den Ruf des Buchfinken. Und tatsächlich, das Geräusch entspricht genau den Rufen einer Gruppe Vögel, die sich von Osten her nähert. «Dreizehn Buchfinken», meint Schano nach einem kurzen Blick durchs Fernglas.

Nicola Haltinger von Kriens Natur notiert alle Zugvögel, die die Gruppe beobachtet und bestimmt hat, auf einer Tafel. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Nicola Haltinger von Kriens Natur notiert alle Zugvögel, die die Gruppe beobachtet und bestimmt hat, auf einer Tafel. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Um neun Uhr haben die Teilnehmer bereits über 2'000 Vögel gezählt. «Der erste grosse Zug sichteten wir schon um sieben Uhr. Ganze 500 Stare sind in einem Grossen Schwarm nur zehn Meter über unsere Köpfe hinweggezogen!», meint Robert Sticher, Präsident von Kriens Natur.

Während beispielsweise Raben und Spatzen den Winter hier verbringen, brechen zahlreiche Vögel im Herbst gegen Süden auf. Viele davon legen mehrere tausend Kilometer zurück. Sie fliegen meist von Nordosten in Richtung Südwesten, je nach dem, woher sie kommen und wohin sie gehen.

Fressen und schlafen in der Luft

Der Alpensegler nistet während den wärmeren Monaten in der Schweiz: Beispielsweise in den Türmen der Hofkirche in Luzern. Ende August macht er sich auf den langen Weg nach Afrika. Während dem Winterhalbjahr hält er sich beispielsweise in der Elfenbeinküste auf. Interessant hierbei: Der Alpensegler befindet sich rekordverdächtige 200 Tage im Jahr ausschliesslich in der Luft. In der Schweiz lässt er sich zum Brüten nieder. In Afrika befindet er sich dagegen durchgehend in der Luft — fressend genau so wie schlafend.

Während die einen die Schweiz verlassen, finden die anderen hier ihr Winterquartier. So beispielsweise der Kormoran. Der Wasservogel verbringt den Sommer im Norden, etwa in Norwegen oder gar in Sibirien. Zwischen August und März lässt er sich auf Seen und Fliessgewässern weiter südlich wie dem Vierwaldstättersee nieder.

Ein Schwarm Kormorane fliegt in Pfeilformation am Sonnenberg vorbei. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Ein Schwarm Kormorane fliegt in Pfeilformation am Sonnenberg vorbei. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 5. Oktober 2019)

Insgesamt wurden dieses Jahr 3221 Vögel von 36 unterschiedlichen Arten bestimmt. Die meist gesichteten Arten darunter sind:

  1. Buchfink: 1505 Vögel
  2. Star: 923 Vögel
  3. Ringeltaube: 111 Vögel

Die Zahlen werden schliesslich an die internationale Dachorganisation Birdlife Europa weitergegeben. Für die wissenschaftliche Verwendung könne die Statistik aber nicht unbedingt verwendet werden, meint Sticher. Dafür sei die Methode wegen des Wetters zu ungenau. Er beobachte die Zugvögel ohnehin nicht nur um sie zu zählen, verrät der Naturbegeisterte weiter.

«Es macht auch Spass, das Flugverhalten zu beobachten. Wie die Vögel unterschiedlich mit ihren Flügel schlagen — fantastisch.»

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