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Europäisches Jugendparlament: Delegierte tagen in Luzern - und sorgen sich um Männerdiskriminierung

In diesen Tagen findet in Luzern die 22. Delegiertenversammlung des Europäischen Jugendparlaments statt. Dabei absolvieren die 15- bis 19-Jährigen nicht nur Workshops, sondern diskutieren auch über Männerdiskriminierung.
Chiara Zgraggen
Einige Delegierte des Europäischen Jugendparlaments (von links): Romain Prina, Nina Steffen, Roxane Frund, Jannis Brombacher und Rebekka Sohns. (Bild: PD/Elena Ignatiadou)

Einige Delegierte des Europäischen Jugendparlaments (von links): Romain Prina, Nina Steffen, Roxane Frund, Jannis Brombacher und Rebekka Sohns. (Bild: PD/Elena Ignatiadou)

«Brücken bauen mithilfe von Kultur, Bildung und Kunst im Herzen der Schweiz» - so lautet das Motto der 22. Delegiertenversammlung des Europäischen Jugendparlaments (EYP). 140 Delegierte aus 41 Ländern tagen seit gestern bis zum nächsten Dienstag in Luzern. Der Zweck: «Die Jugendlichen, meist im Alter von 15 bis 19 Jahren, sollen aus ihrer Komfort-Zone herausgeholt werden, sich entfalten können und auch lernen, eine Rede vor Menschen zu halten», erklärt Nina Steffen, Mitorganisatorin des Anlasses. «Die Kulturstadt Luzern, mit ihrer grossen und diversen Kulturszene passt wie die Faust aufs Auge zu unserem Sitzungsthema», so Steffen. Ferner stehe die Stadt Luzern mit ihrer Lage im Herzen der Schweiz und an der Nord-Süd-Verbindung symbolisch für die Bestrebung der Organisation, Jugendliche aus allen Landesgegenden und Sprachregionen für die Aktivitäten zu begeistern.

«Unser Ziel ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der junge Leute frei sind zu denken, zu schaffen, zu teilen und zusammenzuarbeiten»


Aijan Muktar, Mitorganisatorin Delegiertenversammlung

«Unser Ziel ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der junge Leute frei sind zu denken, zu schaffen, zu teilen und zusammenzuarbeiten» , so Aijan Muktar, ebenfalls Mitorganisatorin der Versammlung.

Portugiesen sorgen sich um Grenzen

Während der fünftägigen Zusammenkunft wird unter anderem über die sogenannten Ausschussthemen diskutiert. Die Sprache ist hierbei Englisch. Die Diskussionsthemen entstanden durch Einsendungen von den Teilnehmern. Einer der zwölf Diskussionspunkte bildet hierbei die Diskriminierung von Männern. Den Präsidenten der Session Hannes Ahlvin aus Schweden stört, dass die Entwicklung der Gender-Diskussion vor allem die Frauen thematisiert werden. Viel mehr müsse etwa darüber diskutiert werden, dass Männer unflexible Arbeitszeiten haben. Die Grundfrage hierbei sei: Welche Massnahmen können eingeleitet werden, damit bei der Diskussion um die Ungleichheit der Geschlechter nicht nur Frauen berücksichtigt werden?

Die vielen illegalen Grenzüberquerungen bereiten Portugal offenbar Kopfzerbrechen. José Eduardo Feio aus Portugal vertritt die Meinung, die europäischen Staaten müssen besser Zusammenarbeiten. Es gäbe grosse Probleme mit Menschenhandel oder dem Überführen von illegalen Drogen oder Schusswaffen in ein anderes Land. Die zu klärende Frage hierbei ist: «Wie können die europäischen Staaten besser zusammenarbeiten, um kriminelle Machenschaften an der Grenze einzudämmen? Obwohl diese Tage rege diskutiert wird und sich mögliche Lösungsansätze zu politischen Problemen herauskristallisieren, werden diese nicht an «richtige» Parlamentarier weitergetragen. «Wir sind nicht dazu da, deren Arbeit zu erledigen», so Steffen.

So funktionieren die Schweizer Jugendparlamente

Das Prinzip auf Schweizer Ebene ist simpel: Ein Mal jährlich werden Jugendliche eingeladen, um gemeinsam Politik zu machen. Hierbei wird rege debattiert und diskutiert. So soll das Interesse von Jugendlichen an der Politik gefördert werden. Für die Organisation zuständig sind verschiedene Jugendparlamentsvereine. Sie können sich dem Dachverband Schweizer Jugendparlamente, kurz DSJ, anschliessen.

Weitere Informationen: www.jugendparlamente.ch/

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