Das beste Auswärtsteam schwächelt weiter: Der EVZ taucht auch in Fribourg

Der EV Zug holt zwar die Leaderposition von den ZSC Lions zurück, verliert aber bei Fribourg-Gottéron 1:2 nach Penaltyschiessen.

René Barmettler aus Fribourg
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Strauchelnder EVZ: Yannik Zehnder (rechts) im Zweikampf gegen Fribourgs Adrien Lauper.

Strauchelnder EVZ: Yannik Zehnder (rechts) im Zweikampf gegen Fribourgs Adrien Lauper.

Bild: Marcel Bieri / Keystone, Fribourg, 25. Februar 2020

Erstmals in dieser Saison stiftet der Blick auf die Rangliste keine Verwirrung mehr. Endlich, ist man geneigt zu sagen. Alle haben nun gleich viele, nämlich 48 Partien ausgetragen. Die Taschenrechner können wegen wieder hergestellter Übersichtlichkeit beiseite gelegt werden, Kopfrechnen bereitet nun kein Kopfzerbrechen mehr. Die Zuger holten sich wegen des Punktgewinns nach 60 Minuten die Leaderposition dank der Direktduellen von den ZSC Lions zurück. Doch der EVZ verlor erstmals diese Saison drei Spiele nacheinander. Diese Baisse und die fehlende offensive Feuerkraft zuletzt hatte in Zuger Fankreisen für einige Sorgenfalten gesorgt. Der Blick auf die vergangene Spielzeit zeigt, dass der EVZ in der Schlussphase der vergangenen Qualifikation ebenfalls eine Krise durchgemacht hatte: In den letzten sieben Spielen siegten die Zentralschweizer damals nur zweimal. Mit dem Startschuss in die Playoffs waren sie dann jedoch wieder auf der Höhe ihrer Spielkunst.

In Fribourg sah man indes Zuger, die nicht gewillt waren, den Zürchern die Leaderposition kampflos zu überlassen. Das Heimteam war überwiegend mit Abwehrarbeit beschäftigt. Der EVZ erarbeitete sich Chancen, aber diese waren nicht zwingend. Die beste im ersten Spielabschnitt hatte der Freiburger Stürmer Lukas Lhotak, der von links solo auf EVZ-Goalie Leonardo Genoni zulief. Doch dieser bekundete keine Mühe, den Torabschluss zu entschärfen.

Restausschluss für Captain Raphael Diaz

Das zweite Drittel lief nach ähnlichem Muster ab. Die Zuger waren öfters im Angriff, Fribourg hatte wiederum die besseren Chancen. In der 26. Minute setzte sich nochmals Lhotak durch, doch bei Genoni war Endstation. Und just, als Zug nach abgelaufenem Überzahlspiel die Scheibe verlor, konnte Daniel Brodin, eben von der Strafbank auf das Eis zurückgekehrt, alleine auf den EVZ-Hüter ziehen. Dieser war dann aber im Abschluss viel zu hektisch und wieder blieb Genoni Sieger.

Kurz vor Drittelsende wurde ein Vergehen an EVZ-Topskorer Grégory Hofmann nicht geahndet, Teamkollege Jan Kovar wurde wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank geschickt. Hofmann musste sich daraufhin in der Kabine pflegen lassen. Zug überstand auch die fünfte Unterzahlsituation. Hofmann kehrte im letzten Drittel wieder auf das Spielfeld zurück.

Dann schwächte EVZ-Captain Raphael Diaz sein Team nach einem Bandencheck mit einer 5-Minuten-Strafe (Restausschluss). Während dieser musste der ehemalige EVZ-Stürmer Viktor Stalberg für zwei Minuten raus. Hofmann konnte sich daraufhin den nötigen Freiraum verschaffen und bezwang Goalie Reto Berra mit einem satten Schuss aus dem Handgelenk zum 1:0 (45.). Zug brachte die drei Punkte jedoch nicht ins Trockene: Mit dem 33. Torschuss glichen die Freiburger durch ein «Buebetrickli» noch zum 1:1 aus (57.).

Fribourg-Gottéron ist mit einem Bein in den Playoffs

In der Verlängerung gab es ebenfalls noch Chancen für beide Teams, diese spannende Partie für sich zu entscheiden. Es kam zum Penaltyschiessen. In diesem brachte Kovar Zug in Front, die Freiburger David Desharnais und Viktor Stalberg bezwangen den sonst überragenden Genoni. Fribourg-Gottéron ist damit ein Platz in den Playoffs kaum mehr zu nehmen. Es könnte womöglich der Gegner des EVZ in den Viertelfinals sein.