Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

EVP: «Wir wollen Nadelstiche setzen»

Der erst 33-jährige Tobias Reinmann wird Parteipräsident. Er sagt, warum die EVP lieber mit der CVP als mit der GLP gemeinsame Sache macht.
Der neue Mann an der Spitze der Luzerner EVP: der Sempacher Tobias Reinmann. (Bild Corinne Glanzmann)

Der neue Mann an der Spitze der Luzerner EVP: der Sempacher Tobias Reinmann. (Bild Corinne Glanzmann)

Interview Lukas Nussbaumer

Die EVP hat bei den Kantonsratswahlen vom 29. März einen Wähleranteil von gerade einmal 0,2 Prozent erreicht. Jetzt, dreieinhalb Monate vor den eidgenössischen Wahlen, kommt es zum Wechsel an der Parteispitze: Der 33-jährige Mathematik-Gymnasiallehrer Tobias Reinmann aus Sempach übernimmt die Leitung der Partei von Daniel Bachmann und Klemens Ruoss, welche die EVP während zweier Jahre im Co-Präsidium leiteten. Reinmann beschränkt sich auf seine Rolle als Parteipräsident und kandidiert nicht für die Nationalratswahlen.

Neu in den Vorstand gewählt wurden an der Generalversammlung Reinmanns Frau Stefanie, Claudine Tanner, Daniel M. Siegfried und Christoph Tanner.

Tobias Reinmann, braucht es die EVP im Kanton Luzern überhaupt? Bei den Kantonsratswahlen kam Ihre Partei auf einen Wähleranteil von mickrigen 0,2 Prozent.

Tobias Reinmann: Das kann man sich tatsächlich fragen. Aber wir spielen landesweit mit einem Wähleranteil von rund 2 Prozent schon eine gewisse Rolle. Wir sind stark in den Kantonen Aargau, Zürich und Bern. Und was die Kantonsratswahlen betrifft: Wir sind ja nur in den Wahlkreisen Luzern-Stadt und Luzern-Land angetreten. Dort haben wir immerhin je 0,5 Prozent erreicht – ohne im Wahlkampf auch nur einen Franken ausgegeben zu haben.

Was ist denn Ihr Ziel bei den Nationalratswahlen?

Reinmann: Wenn wir wie 2011 auf einen Wähleranteil von 0,75 Prozent kommen, bin ich zufrieden.

Mit wie vielen Kandidaten treten Sie zu den Nationalratswahlen an?

Reinmann: Voraussichtlich mit fünf Personen. In etwa zwei Wochen kommunizieren wir unsere Liste.

Kann eine Partei mit einem derart tiefen Wähleranteil im politischen Leben überhaupt eine Rolle spielen?

Reinmann: Auch eine kleine Gruppe kann eine Rolle spielen. Aber es ist klar: Wir werden im Kanton Luzern nie eine grosse Partei. Ich wäre sehr zufrieden, wenn wir einmal die 1-Prozent-Hürde überspringen könnten.

Wo orten Sie das grösste Potenzial, um Wähleranteile zu gewinnen?

Reinmann: Sicher bei den Reformierten und generell bei Menschen, denen christliche Grundwerte wichtig sind. Wir verstehen uns auch als Alternative zur CVP.

Ist das nicht ein Widerspruch? Schliesslich gehen Sie mit der CVP bei den Nationalratswahlen eine Listenverbindung ein.

Reinmann: Nein, wir sind kein Gegner der CVP. Schliesslich bilden wir auf nationaler Ebene eine Fraktionsgemeinschaft. Unser Ziel ist es, die politische Mitte zu stärken.

Mit der Listenverbindung mit der CVP wird es die GLP, mit der Sie 2011 gemeinsame Sache machten, schwer haben, ihren Nationalratssitz verteidigen zu können.

Reinmann: Das wird sich zeigen. Und es ist ja keineswegs sicher, ob die GLP ihr Mandat verteidigen könnte, wenn sie mit uns und der BDP eine Listenverbindung eingehen würde. Unser Entscheid ist kein Votum gegen die GLP, sondern ein Bekenntnis zur CVP und zur BDP. Wir sind politisch näher bei diesen beiden Parteien als bei den Grünliberalen.

Sie übernehmen die Parteileitung kurz vor den eidgenössischen Wahlen. Ist das nicht ein Risiko für eine derart kleine Partei?

Reinmann: Das ist schon ein Risiko, ja. Wir sind uns dessen auch bewusst. Aber die bisherigen Co-Präsidenten bleiben in der Partei und stehen mir im Bedarfsfall zur Seite.

Wie lange wollen Sie Parteipräsident bleiben?

Reinmann: Sicher einmal zwei Jahre – so lange bin ich gewählt worden. Was nachher ist, wird sich zeigen.

Was sind Ihre Ziele?

Reinmann: Ich will die EVP im Kanton Luzern bekannter machen und den Wählern in der politischen Mitte eine Alternative bieten.

Wie wollen Sie die EVP bekannter machen? Planen Sie eine Initiative?

Reinmann: Nein, Pläne für eine Initiative haben wir nicht im Köcher. Aber wir wollen nadelstichartig Einfluss nehmen. Wann und wo, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.