Unentschieden gegen Tappara: Der EVZ schafft sich gute Ausgangslage 

Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League erkämpft sich Zug in Tampere ein 3:3-Unentschieden. Klar ist nun auch: Die Verteidiger Miro Zryd und Thomas Thiry verlassen den Klub.

Sven Aregger
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EVZ-Verteidiger Miro Zryd (rechts, im Spiel gegen Lausanne) wird am Saisonende gehen. Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Lausanne, 22. Oktober 2019)

EVZ-Verteidiger Miro Zryd (rechts, im Spiel gegen Lausanne) wird am Saisonende gehen. Bild: Pascal Müller/Freshfocus (Lausanne, 22. Oktober 2019)

Hans-Peter Strebel ist nicht nur der Präsident des EV Zug, er ist auch ein leidenschaftlicher Fan. Wann immer es die Zeit erlaubt, schaut er sich die Auftritte seines Klubs im Stadion an. So reiste Strebel auch nach Finnland zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Tappara Tampere. Vor dem Abflug sagte der 70-Jährige: «Von den Schweizer Klubs haben wir wahrscheinlich die stärkste Mannschaft zugelost bekommen. Wir wollen uns eine gute Ausgangslage schaffen, die Entscheidung wird bei uns in der Bossard-Arena fallen.»

Strebel wird mit dem Verlauf des Hinspiels durchaus leben können. Der EVZ trotzte Tappara ein 3:3-Unentschieden ab und kann sich am nächsten Dienstag mit einem Heimsieg zum ersten Mal überhaupt für die Viertel­finals qualifizieren. Die Zuger starteten entschlossen in die Partie und führten nach sechs Minuten durch Tore von Dario Simion und dem in Tampere geborenen Santeri Alatalo mit 2:0. Aber ihre aktuellen Schwächen im Boxplay konnten sie nicht kaschieren. Die flinken Finnen, die in der heimischen Meisterschaft die Tabelle souverän anführen, nutzten die ersten drei Zuger Unterzahlsituationen und drehten die Partie im Mitteldrittel. «Wir haben uns durch die ­unnötigen Strafen selber ausgebremst und waren zwischenzeitlich geschockt», sagte Sportchef Reto Kläy. «Aber es spricht für die Mannschaft, dass sie sich im letzten Drittel zurückgekämpft hat. Sie hat Moral gezeigt.» Grégory Hofmann profitierte in der 43. Minute von einem Scheibenverlust in Tapparas Defensive, sein Ausgleich zum 3:3 war das letzte Tor des Abends.

Zug verpflichtet Verteidiger Claudio Cadonau

Der EVZ hat am Dienstag nicht nur auf dem Eis gehandelt. Er vermeldete den ersten Zuzug für die nächste Saison. Der 31-jährige Verteidiger Claudio Cadonau kommt mit einem Zweijahresvertrag von den SCL Tigers, Kläy kennt ihn aus seiner Zeit als Sportchef in Langenthal. Der robuste Cadonau (1,85 m/97 kg) entspricht dem Zuger Anforderungsprofil, zumal die Zentralschweizer mit Johann Morant (Wechsel zu den ZSC Lions) einen körperlich starken Verteidiger verlieren. Der Zürcher ist kein grosser Name in der National League, aber Kläy machte bereits vor Wochen klar, dass der EVZ aus finanziellen Gründen nicht jede Saison einen Hochkaräter verpflichten könne. Mit rund 12 Minuten Eiszeit pro Partie ist Cadonau in der laufenden Meisterschaft der Verteidiger Nummer sieben in Langnau, er spielt eine zentrale Rolle im Boxplay. Kann er dem EVZ wirklich weiterhelfen? Kläy sagte: «Er ist ein Krieger. Ein zuverlässiger Handwerker, der einen guten Schuss und Wasserverdrängung mitbringt und einem jungen Team Stabilität verleihen kann.» Die Mischung im Team müsse stimmen. «Wir können ja nicht nur auf offensive Spieler bauen.» Der Sportchef bestätigte zudem, dass die Verteidiger Miro Zryd und Thomas Thiry den EVZ nach dieser Saison definitiv verlassen. Sie werden mit Bern in Verbindung gebracht. Die Verpflichtung eines ausländischen Verteidigers sei nach wie vor eine Option, so Kläy.

Yves Stoffel mit überzeugendem Debüt

Auch die aktuelle Personalsituation stellt den EVZ vor Herausforderungen. Fünf Spieler fehlen wegen Verletzungen, teilweise über Monate. So kam Academy-Stürmer Yves Stoffel in Tampere zu seinem Einstand auf höchster Stufe. Der 18-jährige Bündner realisierte den vermeintlichen Treffer zum 2:0, der dann jedoch aberkannt wurde. Kläy lobte: «Yves hat einen guten Job gemacht.» Der EVZ wird nicht über die Verletzungen klagen, er hat schon in der Vorsaison bewiesen, dass er Ausfälle von Leistungsträgern erfolgreich meistern kann. «Eine solche Situation kann eine Mannschaft stärken und Breite im Kader generieren», sagte Kläy.