EWL bildet Rückstellung wegen Weko-Ermittlung

Energie Wasser Luzern (EWL) hat 2019 den Unternehmensgewinn deutlich gesteigert auf 35,8 Millionen Franken. Dies gelang dank höherer Bruttomargen in den wichtigsten Geschäftsfeldern. Wegen einer Untersuchung machte das Unternehmen aber Rückstellungen in Millionenhöhe.

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Stephan Marty, Vorsitzender der EWL-Geschäftleitung, im neuen Quellwasserwerk Sonnenberg.

Stephan Marty, Vorsitzender der EWL-Geschäftleitung, im neuen Quellwasserwerk Sonnenberg. 

Bild: Pius Amrein (Luzern, 18. Oktober 2018)

(sda) 2019 hatte die Wettbewerbskommission (Weko) gegen die Erdgas Zentralschweiz AG und die EWL Energie Wasser Luzern Holding AG Ermittlungen eingeleitet. Die Kartellwächter untersuchen, ob die Gasnetzbetreiber anderen Gaslieferanten die Durchleitung durch ihre Erdgasnetze an Endkunden ungerechtfertigt verweigern.

Für das Sanktionsrisiko bildete die EWL eine Rückstellung von 3,2 Millionen Franken, wie sie am Mittwoch anlässlich der Präsentation des Jahresberichtes mitteilte. Regulatorische Vorschriften hätten weitere Rückstellungen zur Folge gehabt, sodass sich diese um insgesamt 9 Millionen Franken erhöhten.

Den Umsatz hat das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr um 2,2 Prozent auf 293,4 Millionen Franken steigern können. Der Unternehmensgewinn belief sich auf 35,8 Millionen Franken. Das war ein Plus von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. EWL sei es gelungen, die Bruttomarge in den wichtigsten Geschäftsfeldern zu erhöhen, heisst es zur Begründung.

Am meisten Umsatz erzielte EWL im Geschäftsfeld Erdgas mit 143,2 Millionen Franken. Das Wachstum von 7 Prozent im Erdgasgeschäft sei auf die Erdgasbeschaffungsstrategie zurückzuführen. Zudem hatte EWL die Heizgaspreise erhöht. Im Stromgeschäft reduzierte sich der Umsatz auf 86,9 Millionen Franken.

Der Stadt Luzern als Alleinaktionärin zahlt EWL eine Dividende von 13,9 Millionen Franken aus. Das sind 3,6 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

2019 investierte EWL 53,7 Millionen Franken in erneuerbare Energien und in die Versorgungssicherheit. Der Anteil der gelieferten erneuerbaren Wärme betrug 80,9 Prozent.

Hinweis: EWL-Geschäftsbericht 

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