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In Horw und Kriens wird bald mit Seewasser geheizt

Der Weg für ein ökologisches Wärmenetz im Kanton Luzern wird in den nächsten Wochen ausgebaut. 12 Quartierzentralen sollen es möglich machen.

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Beim Wärmetauscher wird die Energie des Seewassers mit der Energie des Rohrleitungswassers ausgetauscht, ohne dass sich das Wasser der zwei Kreisläufe berührt.

Beim Wärmetauscher wird die Energie des Seewassers mit der Energie des Rohrleitungswassers ausgetauscht, ohne dass sich das Wasser der zwei Kreisläufe berührt.

Bild: PD

(zgc) Etappenweise werden in der Umgebung Horw und Kriens über die nächsten Wochen zwölf Quartierzentralen ans See-Energie-Netz angeschlossen, wie Energie Wasser Luzern (EWL) in einer Medienmitteilung schreibt. Den ersten Anschluss erhält die Überbauung Wegmatt in Horw im Dezember, im Januar 2021 kommen die Ebenausstrasse in Horw und die Überbauung Schweighof in Kriens dazu, bis schliesslich die Überbauung Moyo in Horw im kommenden Sommer einen Anschluss erhält.

So funktioniert es

Circa 30 bis 40 Meter in der Tiefe des Sees beträgt die Wassertemperatur konstant fünf Grad. Von dort aus befördert eine Pumpe das Wasser in eine Energiezentrale. Dort wird mittels Wärmetauscher die erneuerbare Energie an ein Rohrleitungsnetz übergeben. Das Wasser ist dann rund drei Grad kühler. Es fliesst zurück in den See. Für die Wärmeversorgung wird die Temperatur mit Wärmepumpen erhöht. Wenn im Winter viel geheizt wird, kann die Überbelastung mit Erdgas abgedeckt werden. Für Klima- und Kühlanlagen kann auch Kälte ab dem See-Energie Netz bezogen werden.

6800 Haushalte sollen künftig versorgt werden

EWL nutzt rund 0,3 Prozent des gesamten Wassers des Vierwaldstättersees. Gemäss dem Eidgenössischen Wasserforschungsinstitut Eawag wären pro Jahr bis zu 25 Prozent des Volumens vertretbar. «Für den Ausstieg aus den fossilen Energiequellen bedeutet die See-Energie einen wichtigen und grossen Schritt», wird Stephan Marty, Vorsitzender der Geschäftsleistung EWL, in der Medienmitteilung zitiert.