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Ex-SC-Kriens-Spieler Roger Erni spürt auch als Politiker noch den Sportler in sich

Im September übernimmt Roger Erni (FDP) das Präsidium des Krienser Einwohnerrats. Er ist eine auffällige Figur im Parlament.
Stefan Dähler
Roger Erni vor seiner Wohnung an der Bergstrasse. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 16. August 2019)

Roger Erni vor seiner Wohnung an der Bergstrasse. (Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 16. August 2019)

Als Stürmer des SC Kriens überragte Roger Erni mit einer Körpergrösse von rund 2 Metern seine Mitspieler. Anfang September wird er nun auch politisch betrachtet zum höchsten Krienser. Während eines Jahres präsidiert der 46-Jährige FDP-Politiker den Einwohnerrat.

Dem SCK ist Erni auch heute noch sehr verbunden, er spielt noch bei den Senioren. Für den Fototermin hat der FDP-Politiker aber nicht das Stadion Kleinfeld, sondern seine Wohnung am Sonnenberghang gewählt, wo er mit seiner Frau und zwei Kindern im Teenie-Alter lebt. «Die Familie ist das wichtigste im Leben», sagt Erni dazu. Und fügt mit einem Augenzwinkern an: «Ausserdem habe ich - schon aufgrund meiner Körpergrösse - gerne den Überblick. Und von hier aus hat man eine tolle Aussicht nach Kriens.»

Lustige und emotionale Voten

Humor ist eine Eigenschaft, durch die Erni auch im Einwohnerrat auffällt. Seine Voten sind teils witzig, teils auch sehr emotional. Gehen ihm die Themen so nahe oder wirkt da noch die Zeit als Fussballer nach?

«Das ist der Sportler in
mir, ich will gewinnen»

, sagt Erni dazu. «Als ehemaliger Lehrer bin ich es zudem gewohnt, Themen auch mal etwas anders rüberzubringen. Das ist meine Rolle im Rat und die spiele ich gerne.» Nichtsdestotrotz sei er mit Leib und Seele dabei.

Zur Politik fand Erni, der in Horw aufgewachsen ist, während seines Volkswirtschafts-Studiums. Seit 2008 ist er Mitglied des Krienser Parlaments, seine Kernthemen sind Finanzen und Bildung. Während vier Jahren war er jeweils Vizepräsident der Bildungskommission und Präsident der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission.

«Früher gehörte ich zum linken FDP-Flügel, im Verlauf der Jahre bin ich etwas nach rechts gerutscht», sagt Erni. Das habe wohl auch mit einer beruflichen Veränderung zu tun. Früher war er Lehrer am KV Luzern, heute ist Erni Geschäftsführer der ICT-Berufsschule in Adligenswil, die Weiterbildungen in den Bereichen Informatik, Mediamatik und Informatik anbietet.

Druckversuch sorgte für Aufsehen

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit lernte Erni auch die weniger schönen Seiten der Politik kennen. Er wurde per Mail seitens der SVP vor einer wichtigen Abstimmung unter Druck gesetzt. Erni entschied sich nach einigen Wochen, die Geschichte publik zu machen. «Ich bin damals zunächst ziemlich erschrocken. Es gab aber danach eine Aussprache, heute ist das vergessen.» Der Vorfall habe ihm aber gezeigt, dass man als Politiker nie ganz unabhängig ist. Weiter habe er im Verlauf der Jahre lernen müssen, «dass das demokratische System eine langsame Mühle ist, aber letztendlich das Beste für die Entwicklung einer Gesellschaft. Man darf nicht das Gefühl haben, seine Ideen ohne Abstriche durchsetzen zu können.» Damit müsse man umgehen können.

«Ein bisschen ist es wie im Sport: Manchmal gewinnt man, manchmal nicht und dann versucht man, es das nächste Mal besser zu machen.»

Als Einwohnerratspräsident nimmt Erni nicht an den Debatten teil, sondern leitet diese. Wie wird er vorgehen, etwa bei langen Diskussionen? «Das Parlament kann und darf nicht nur effizient sein. Ich werde wohl nicht allzu oft intervenieren.» Wichtig sei ihm aber, dass die Sitzungen pünktlich beginnen - da drückt noch der Lehrer von früher durch. Erni will zudem versuchen, kleine Änderungen einzubringen. «Denkbar ist, während der Pausen Musik abzuspielen, die einzelnen Ratsmitglieder können im Vorfeld Liederwünsche abgeben.» Ideen hat er noch viele mehr: etwa, eine Krienser-Fahne im Ratssaal aufzuhängen, an Anlässen Wein vom Krienser Rebberg auszuschenken oder Besuche der Ratsmitglieder der Mons-Brauerei, des Museums im Bellpark oder eines SCK-Spiels. «Mal sehen, was sich umsetzen lässt.»

Als Ratspräsident wird Erni zahlreiche Anlässe besuchen. «Besonders freue ich mich auf die Reise in unsere Partnergemeinde San Damiano d'Asti.» Weiter will er versuchen, einige Leute für die Politik zu motivieren - «egal, für welche Partei». Angst vor der vollen Agenda hat Erni nicht. «Ich bin bereits stark engagiert in zahlreichen Vereinen.» So spielt er etwa noch Tennis bei Lido Luzern. «Ich werde während des Präsidiums weniger trainieren und bei der Arbeit das Pensum etwas reduzieren.»

Erni hat weitere politische Ziele

Welche politischen Ambitionen hat Erni für die Zeit danach? Bei den Kantonsratswahlen im Frühling belegte er auf der der Liste der FDP im Wahlkreis Luzern-Land den ersten Ersatzplatz. «Es wäre schön, wenn ich im Verlauf der Legislatur nachrücken könnte.» Ausserdem wird Erni im Mai 2020 voraussichtlich Robert Marty als Präsidenten der Krienser FDP ablösen.

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