Experten sorgen sich um den Rechtsstaat

Partygänger greifen Polizisten mit Steinen und brennendem Holz an - und kommen ungeschoren davon. Die einen sehen den Rechtsstaat in Gefahr. Die anderen nehmen die Polizei in Schutz.

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Die Ruinen im Armeeübungsgelände auf der Luzerner Allmend: Hier fand am Wochenende die illegale Party statt. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

Die Ruinen im Armeeübungsgelände auf der Luzerner Allmend: Hier fand am Wochenende die illegale Party statt. (Bild: Maria Schmid/Neue LZ)

«Da wird ein falsches Signal ausgesendet. Es entsteht der Eindruck, man könne machen, was man will»: So kommentiert Jugendpsychologe Allan Guggenbühl den Umstand, dass die Polizei am Wochenende von einigen Gästen einer illegalen Party auf der Luzerner Allmend mit Wurfgeschossen angegriffen wurde, die Täter danach aber unbehelligt von dannen ziehen konnten. Es gebe Jugendliche, die sowieso schon das Gefühl hätten, die Polizei sei nicht ernst zu nehmen. «Für diese Jugendlichen ist die Botschaft natürlich höchst problematisch», sagt Guggenbühl. Er hält fest, dass der Respekt vor dem Gesetz etwas Zentrales sei – und man müsse aufpassen, dass dieser Respekt nicht erodiere.

Auch Politiker sorgen sich wegen der ungesühnten Gewalt auf die Polizisten: «Wenn man ungestraft Steine auf Polizisten werfen kann, dann ist etwas mit unserem Rechtsstaat nicht mehr in Ordnung», sagt Guido Müller, SVP-Fraktionschef im Luzerner Kantonsrat.

«Absolut richtig gehandelt»

Allerdings erhält die Polizei auch Rückendeckung für ihr Nichteingreifen: CVP-Nationalrat Pius Segmüller sagt, er sei zwar zuerst auch schockiert gewesen, als er davon gehört habe, aber «der Kommandant hat absolut richtig gehandelt». Es wäre aus seiner Sicht unverhältnismässig gewesen, wenn die Polizei eingegriffen hätte. Derweil kritisiert auch Max Hofmann, Generalsekretär des Verbandes Schweizerischer Polizeibeamter, dass der Respekt gegenüber der Staatsgewalt generell abgenommen habe. «Polizisten sind einfach das unifomierte Gesicht des Staates und deshalb eine entsprechende Zielscheibe.»

red

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