Experten warnen Vitznau

Es hört sich an wie ein Märchen. Ein österreichischer Multimillionär schenkt Vitznau 5 Millionen Franken. Dafür sollen die Steuern sinken. Experten warnen.

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Blick auf Vitznau im November vergangenen Jahres. Pühringers Park Hotel wird saniert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Blick auf Vitznau im November vergangenen Jahres. Pühringers Park Hotel wird saniert. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der Unternehmer Peter Pühringer, einer der reichsten Österreicher, schenkt der Gemeinde fünf Millionen Franken. Pühringer, dem auch das örtliche Park Hotel gehört, will im Gegenzug, dass seine Donation in erster Linie für Steuersenkungen verwendet wird. Konkret soll der Steuerfuss von heute 1,75 bis 2017 auf 1,4 Einheiten gesenkt werden.

Für den Kanton Luzern ist das ein einmaliger Vorgang. Ruedi Amrein jedenfalls, Gemeindepräsident von Malters und bis vor kurzem Präsident des Verbandes Luzerner Gemeinden, hat noch nie von einer solchen Schenkung gehört. Amrein sagt: «Es kam schon vor, dass Spender Gebäude, zum Beispiel das KKL, mitfinanzierten. Ein Steuergeschenk wie im Fall von Vitznau ist mir aber nicht bekannt.»

Der emeritierte Wirtschaftsprofessor und Buchautor Walter Wittmann hält nicht viel von Pühringers Ansinnen und sagt sogar: «An der Stelle von Vitznaus Gemeindevertretern würde ich auf das Angebot nicht eingehen. Meines Erachtens ist es aus demokratischer Sicht problematisch, kann es doch zu Abhängigkeiten führen.»

Thomas Heer

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag.