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Fabian Peter, FDP (neu): Ein Mann mit unerwarteten Seiten

Fabian Peter (42) ist Unternehmer, Kantons- und Gemeinderat. Mit seiner Kandidatur für den Regierungsrat wagt der Inwiler den nächsten Schritt. Und erhält dafür viele Vorschusslorbeeren. Diese will er sich aber nicht zu Kopf steigen lassen.
Matthias Stadler
(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 13. Februar 2019)

(Bild: Boris Bürgisser, Luzern, 13. Februar 2019)

Die lauten Töne sind seine nicht. Fabian Peter hört lieber zu, als dass er poltert. Das zeigt er etwa im Luzerner Kantonsrat, dem er seit 2015 angehört. Und das zeigt auch seine Vorstoss-Bilanz: Eine Motion und vier Postulate hat er bis dato im Parlament eingereicht. Andere Ratskollegen sind da eifriger.

Ist er deswegen ein Hinterbänkler? «Nein. Aber ich bringe keine Themen aufs politische Parkett, nur damit sie dort sind.» Er achte bei seinen Vorstössen darauf, dass er solche einreiche, die auch Chancen auf Erfolg hätten. «Mir ist das wichtiger als Schlagzeilen.» Zudem versuche er, per Kommission Einfluss zu nehmen.

Peter kommt bei Gegnern gut an

Der 42-jährige Inwiler will Ende März den Sitz des abtretenden Robert Küng (Willisau) übernehmen. Und am liebsten auch sein Departement, das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement. Es wäre eine nahtlose FDP-Übergabe.

Die Chancen, zumindest für die Wahl, sind mehr als intakt. Der Anspruch der FDP auf einen Sitz im Luzerner Regierungsrat ist unbestritten, es käme einem politischen Erdbeben gleich, verlöre die FDP ihre Vertretung in der Regierung. Auch, weil Fabian Peter sogar in den Augen der politischen Gegner wählbar zu sein scheint.

Der Grüne Kantonsrat Andreas Hofer (Sursee), der mit ihm in der Kommission für Raumplanung, Umwelt und Energie (Ruek) sitzt, findet ausschliesslich lobende Worte:

«Ich bin sehr froh, ist er von der FDP nominiert worden. Denn er ist nicht der typische FDPler. Er ist jung und er bringt frischen Wind.»

Er habe Peter gerade bei der Kommissionsarbeit zum Energiegesetz «sehr positiv» erlebt. Er hoffe einfach, dass Fabian Peter seine grünen Ansichten auch als Regierungsrat nicht ablegen, sondern weiter vertreten würde.

Wie sich Fabian Peter bei unseren «Entweder oder»-Fragen entschieden hat, sehen Sie hier:

Zuerst Bier, dann Wein.
4 Bilder

«Entweder oder»-Fragen an Fabian Peter

Der FDP-Mann mit Minergiehaus

Dieses Lob über grüne Ansichten für einen FDP-Politiker erscheint aussergewöhnlich, ist die Partei doch nicht gerade für Klimaschutzmassnahmen bekannt. Doch Fabian Peter betont, dass ihm das Klima am Herzen liege. Er wohnt in einem Minergie-Haus und setzt auf eine Wärmepumpe statt Öl. Sein Haus produziert mehr Energie als es verbraucht.

«Ein indianisches Sprichwort besagt, dass wir unseren Planeten nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen haben.»

Das versuche er vorzuleben. In der Klimapolitik befürworte er zwar keine Extremlösungen, «aber wir müssen sukzessive daran arbeiten». Und argumentiert dann als klar Liberaler, nicht Grüner, anhand eines Beispiels: «Bei einer Ölheizung wandern 80 Prozent der Kosten für Investition, Betrieb und Unterhalt ins Ausland. Bei einer Wärmepumpe bleiben 90 Prozent der Gelder in der Schweiz, bei hiesigen Unternehmen.» Er fügt an, dass hier der Staat auch lenkend eingreifen soll.

Auch CVP-Kantonsrat Josef Dissler (Wolhusen), der die Ruek präsidiert, ist vom Inwiler angetan. Kritik äussert er explizit keine:

«Er hört gut zu, ist dossiersicher und vertritt seine Anliegen sehr angenehm.»

Wenn er im Kantonsrat das Wort ergreife, höre das Plenum zu. Dies sei bei weitem nicht bei jedem der Fall. Eine Herausforderung werde wohl sein, als Regierungsrat die Mehrheitsmeinung zu vertreten, auch wenn er dagegen wäre. «Aber ich traue ihm das zu.»

Fabian Peter schmeicheln solche Worte. Doch versuche er, sich diese nicht zu Kopf steigen zu lassen. «Ich will auch nach einer allfälligen Wahl in den Regierungsrat ‹de Fäbu› bleiben.» Es sei ihm wichtig, dass er danach weiterhin den Draht zur Bevölkerung finden werde.

Im Wahlkampf über 100 Anlässe besucht

Doch zuerst gelte der Fokus dem Wahlkampf. Deswegen ist er dieser Tage auch fast jeden Abend an irgendeiner Veranstaltung anzutreffen. Mal in Weggis, mal in Ebersecken. Über 100 Anlässe habe er für seinen Wahlkampf bereits besucht, und es gehe im selben Stil weiter.

Abschalten sei bei einem solchen Pensum zwingend nötig. Dies tut der 42-Jährige bei seiner Familie, mit Ehefrau Debby und seinen beiden Kindern. Auch das Jodeln gebe ihm Kraft. Seit gut zehn Jahren singt er in einer Kleinformation. «Wenn wir jodeln, vergesse ich alles andere sehr schnell. Es ist für mich wie eine Oase, wo ich Energie tanken kann.» Er habe schon früher gerne gesungen, gepackt habe es ihn am Eidgenössischen Jodlerfest in Luzern.

Apropos Traditionelles: Fabian Peter ist auch gerne mal an einem Schwingfest anzutreffen. Er ist Ehrenmitglied des Schwingklubs Oberhabsburg und er war OK-Präsident des Luzerner Kantonalen 2015 in Inwil. Trotzdem, so sagt er, sei er nicht nur auf Traditionen fixiert: «Ich bin offen gegenüber Neuem.» Und auch eine wildere Seite hat Peter: Er geht seit Jahren ans Openair Gampel. «Mir gefällt die Vielfalt.»

Wird Peter gewählt, übernimmt sein Bruder alleine

Mit jungen 27 Jahren wurde Fabian Peter in den Inwiler Gemeinderat gewählt. Heute, 15 Jahre später, sagt er, dass er dieses Amt sehr schätze.

«Aber es ist auch gut, wenn wieder einmal neue Ideen in den Rat kommen.»

Vom Familienunternehmen müsste er bei einer Wahl in den Regierungsrat austreten. Heute führt er zusammen mit seinem Bruder das die Vinzenz Peter AG in dritter Generation. Der gelernte Sanitär-Installateur und Heizungszeichner würde den «Stallgeruch sicher vermissen».

Doch sei im Falle einer Wahl alles aufgegleist. Sein Bruder verstehe es, sei ihm die Politik doch schon immer wichtig gewesen. Laute Töne wird es also auch bei einem Abgang nicht geben. Fabian Peter poltert nun einmal nicht gerne.

Der Werbespot von Fabian Peter in 60 Sekunden:

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