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FABRIKSCHLOT: Als in Kriens ein Wahrzeichen verschwand

Einst prägte ein 60 Meter hoher Fabrikschlot das Bild der Gemeinde. Mit dem Ende der Schappe-Spinnerei musste dieser weichen. Ein Kunstprojekt rückt die industrielle Vergangenheit nun wieder ins Zentrum.
Stefan Dähler
Links: das Schappe-Fabrikgelände in Kriens auf einer undatierten Luftaufnahme aus den 1930er-Jahren. Die Busschleife befindet sich heute dort, wo am rechten Bildrand Garten- anlagen zu sehen sind. (Bild: PD)

Links: das Schappe-Fabrikgelände in Kriens auf einer undatierten Luftaufnahme aus den 1930er-Jahren. Die Busschleife befindet sich heute dort, wo am rechten Bildrand Garten- anlagen zu sehen sind. (Bild: PD)

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Es herrscht Aufbruchstimmung in Kriens. Im Zentrum bleibt fast kein Stein auf dem anderen. Doch nahe der Busschleife gibt es ein Baugespann, das nicht auf einen Neubau, sondern die Vergangenheit hinweist. An dieser Stelle befand sich früher ein Fabrikschlot der ehemaligen Schappe-Spinnerei. Die Idee für die In­stallation namens «Zeitzeuge» stammt vom Luzerner Künstlerduo Attila Wittmer und Florian Paul Koenig.

Erstellt wurde das Gespann im Auftrag der Gemeinde nach der Inbetriebnahme des «Kulturquadrats», auch Schappe genannt. Das Zentrum für Jugend und Kultur ist ein Teilprojekt der neuen Krienser Zentrumsüberbauung. «Gemeinsam mit dem alten Sockel, der heute noch steht, ist die Installation 35 Meter hoch», sagt Koenig. Damit zeichnet sie den alten Schlot nach, der gar fast 60 Meter mass.

Für diese Höhe habe das Budget von 30 000 Franken nicht ausgereicht. «Aber für die Ästhetik und unser Statement ist die Höhe von 35 Meter perfekt», sagt Koenig. Der alte Fabrikschlot sei ein «Wahrzeichen der Krienser Industrie» und von weither sichtbar gewesen. Er überragte gar den Turm der Galluskirche – bis er 1976 abgerissen wurde.

Betrieben mit Wasserkraft vom Krienbach

Der Schlot war Teil der Schappe-Spinnerei der Bell Maschinenfabrik. Bei Schappe handelt es sich um ein Abfallprodukt von Seide – Fasern, die man nicht mehr für edle Kleider, dafür zur Produktion kleinerer Stücke verwenden kann. Die Spinnerei in Kriens entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und wuchs danach kontinuierlich. Das Areal erstreckte sich über beide Seiten der Obernauerstrasse bis zum heutigen Schappe-Center. In den 1920er-Jahren arbeiteten dort rund 800 Personen auf rund 18 000 Quadratmetern. Angetrieben wurden die Maschinen übrigens nicht nur mit Dampf, sondern auch mit Wasserkraft – aus dem unter dem Areal verlaufenden Krienbach.

Der Niedergang kam in den 1970er-Jahren, weil die Produktionskosten in der Schweiz zu hoch waren. Zuerst wurde die Fabrik redimensioniert, wenige Jahre später ganz geschlossen, der Schlot musste weichen. Teile des Areals wurden bis vor dem Bau des «Kulturquadrats» durch den Werkhof und die Feuerwehr der Gemeinde Kriens noch genutzt.

Heute zeugen noch das Speisehaus, der Schappesaal und das Kesselhaus von dieser Vergangenheit. Auf Letzterem befinden sich auch der erwähnte Sockel des Schlots und die Installation «Zeitzeuge». Diese wird übrigens die nächsten zehn Jahre dort stehen bleiben.

Die neue Installation über dem Kesselhaus erinnert an den 1976 abgerissenen Fabrikschlot. (Bild: PD)

Die neue Installation über dem Kesselhaus erinnert an den 1976 abgerissenen Fabrikschlot. (Bild: PD)

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