Fachkräftemangel
Jetzt braucht der Luzerner Gewerbeverband Verbündete

Schon vor der Coronakrise hat sich gezeigt: In Luzern herrscht grosser Fachkräftemangel. Der Gewerbeverband hat jetzt Massnahmen präsentiert. Für die Umsetzung braucht es breite Unterstützung.

Alexander von Däniken
Alexander von Däniken
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Die Wirtschaft hängt am staatlichen Beatmungsgerät: Allein in Luzern werden Unternehmen mit über einer Milliarde Franken von Bund und Kanton am Leben erhalten. Und das ist nur die akute Coronakrise. Schon zuvor zeichnete sich mit dem Fachkräftemangel ein strukturelles Problem ab. Nur in Graubünden ist der Mangel ausgeprägter als in der Zentralschweiz und im Kanton Luzern.

Luzerner Unternehmen sind dringend auf Fachkräfte angewiesen.

Luzerner Unternehmen sind dringend auf Fachkräfte angewiesen.

Christian Beutler/Keystone

Der Luzerner Gewerbeverband hat im November 2019 auf das Problem aufmerksam gemacht. Jetzt präsentiert er Massnahmen. Sie sind erstaunlich vielfältig – und zielen auf Oberstufenschüler, deren Lehrerinnen und Eltern ab. Aber auch auf Flüchtlinge und über 55-Jährige. Der Gewerbeverband und mit ihm die Branchen- und Berufsverbände wollen sich ausserdem für zahlbare Kita-Plätze einsetzen und einen kantonalen Berufsbildungsfonds einführen. Solche Themen sind eigentlich eher in der gewerkschaftlichen Ecke zu verorten.

Die Massnahmen zeigen, dass die Luzerner Wirtschaft den Fachkräftemangel wirklich bekämpfen will. Doch das Problem ist vielschichtig und nicht innert Jahresfrist zu lösen. Darum braucht der Gewerbeverband jetzt Verbündete – in der Regierung, Verwaltung und im Parlament, aber auch bei den Sozialpartnern. Nötig sind offen geführte Gespräche ohne Scheuklappen. Die Coronakrise zeigt wieder, dass das Wohlergehen der Gesellschaft auch vom Zustand der Wirtschaft abhängt.