FÄÄLIMÄRT: Gute Laune – trotz Preisdruck

Zirka 1800 Be­sucher sorgten in der Surseer Stadthalle für geschäftigen Betrieb. Zu reden gaben die Finanzen der Organisatoren.

Ernesto Piazza
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Man zeigt, was man hat: Ein Jäger präsentiert am Fäälimärt in Sursee seine Ware. (Bild Pius Amrein)

Man zeigt, was man hat: Ein Jäger präsentiert am Fäälimärt in Sursee seine Ware. (Bild Pius Amrein)

Fäälimärt in der Stadthalle Sursee. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
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Auf dem Bild zu sehen ist Kurt Lüscher mit seinen Fellen unterwegs am Markt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Der Fäälimärt in der Stadthalle Sursee fing schon am Morgen an. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Auf dem Bild zu sehen ist Vitus Lüönd (rechts) welcher seine Felle versucht an den Mann zu bringen. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Der Fellmarkt wurde von der Revierjagd Luzern organisiert. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Zahlreiche Jäger waren mit ihren Fellen am Markt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Neben dem grossen Markt fand auch eine Tombola und der Auftritt der Jagdhornbläser statt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Ein Aussteller am Fellmarkt. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Die Jagdhornbläser umrahmten den Fäälimärt mit ihren jagdlichen Klängen. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
Die Fäälimärt-Kommission: (von links) Kilian Fischer, Tony Glanzmann, Daniel Mächler, Gregor Filipendin, Guido Roos, Toni Zemp, René Steiner, Judith Röthlin und Christoph Bucher. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
Auch Marktsteller bieten am Fäälimärt ihre Spezialitäten an. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
In der Fäälimärt-Bar und der Kaffeestube ging es nach der Versammlung froh und heiter zu und her. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
760 stimmberechtigte Jägerinnen und Jäger nahmen am Fäälimärt an der Generalversammlung von Revierjagd Luzern teil. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
Aus Sicht der Dienststelle lawa, richtete Jadverwalter Dr. Peter Ulmann seine Worte an die Jägerschaft. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
Der neue Präsident von Revierjagd Luzern, Peter Küenzi aus Kriens, leitete zum ersten Mal die Generalversammlung. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)
Timo Salvisberg, Ebikon (links) und Ruedi Lustenberger, Romoos wurden mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. (Bild: Ramona Meyer-Stöckli)

Fäälimärt in der Stadthalle Sursee. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))

Ernesto Piazza

Grüne Anzüge, so weit das Auge reichte: Gestern befand sich die Surseer Stadthalle einmal mehr fest in Jägerhand. Einige hundert Felle wurden zum Verkauf angeboten. Hüben wie drüben feilschte man um einen möglichst guten Preis. Dieser lag für einen Fuchs bei 10 Franken. Für einen Marder bezahlte man 20 Franken. «Damit sind wir wieder auf dem Stand von 2011», sagte Peter Hofstetter vom Unternehmen Johann Hofstetter & Co. aus Flawil. Anders gesagt: Die Jäger sahen sich, im Vergleich zu den Vorjahren, mit rückläufigen Preisen konfrontiert.

Neben den «Fääli» in verschiedensten Grössen und unterschiedlichster Prägung wurden auch Fernrohre, Büchsen oder die passende Berufskleidung angeboten. Auch kulinarische Köstlichkeiten durften nicht fehlen. Im Mittelpunkt standen jedoch die Felle. Die Waidmänner schulterten sie, aufgereiht an Ästen, bereits früh am Morgen mit breiter Brust in die Stadthalle.

«Tag des Fäälimärts ist heilig»

Zu ihnen gehörte auch Kurt Lüscher aus dem aargauischen Kirchleerau. Früher schon im Hotel Floragarten in Luzern dabei, später auf der Luzerner Allmend und jetzt bereits einige Jahre in Sursee: Der Jäger und Jagdaufseher ist mittlerweile bestimmt zum 50. Mal am Fäälimärt präsent. «Ich habe viel Qualitätsware dabei», sagte Lüscher. Deshalb schlug er auch ihm zu tief erscheinende Angebote aus. «Nicht zu diesem Preis», erklärte er beispielsweise einem Interessenten kurz und knapp. Wohl wissend, dass er vor 50 Jahren noch viel mehr für seine Felle gelöst hatte. «Meinen ersten Marder verkaufte ich für 215 Franken.»

Nur wenige Meter von ihm entfernt stand Vitus Lüönd an einem Tisch mit Fuchs- und Marderfellen. Einige Jäger hatten sich bei ihm eingefunden und versuchten ihre Ware an den Mann zu bringen. Eifrig wurde hantiert und um den für beide Seiten passenden Preis gefeilscht. Lüönd handelt sei 15 Jahren hobbymässig mit Fellen. «Ich habe damit begonnen, als die Händler mit uns machten, was sie wollen», sagte er lachend. Die aus Sattel stammende und im Aussendienst tätige Frohnatur hatte seinen Spass am Treiben in der Stadthalle. Er betonte denn auch: «Der Tag des Fäälimärts ist heilig für mich.»

Fehlender Export spürbar

Seit einigen Jahre kommt auch Peter Hofstetter an den Fäälimärt nach Sursee. Im Pelz- und Ledergeschäft tätig, kennt er die Szene. «Der Markt ist momentan hart», verrät er. Vor allem weil der Export nach Russland gestoppt sei und der asiatische Raum – speziell in China – sich nicht wunschgemäss entwickle. Ein für das Pelzgeschäft zu warmer Winter trug ebenfalls zum harzigen Geschäft bei. Die Konfektionäre bleiben auf ihrer Lagerware sitzen.

Schrumpfendes Eigenkapital

Zeitgleich mit dem Fäälimärt führt der Verband Revierjagd Luzern (RJL) jeweils auch die Generalversammlung durch. Der Kernpunkt der Geschäfte war diesmal die vom Vorstand auf dieses Jahr hin vorgeschlagene Beitragserhöhung von bisher 65 Franken auf neu 85 Franken. Präsident Peter Küenzi erläuterte – zusammen mit Geschäftsführer Peter Krummenacher – die Beweggründe dieser Anpassung. War sie vor drei Jahren noch abgelehnt worden, wurde das Geschäft diesmal oppositionslos durchgewunken. Er sei erleichtert, sagte Küenzi hinterher. Die Erhöhung wurde nötig, damit der Rückgang des Eigenkapitals von momentan noch rund 80 000 Franken gestoppt werden kann. Von den 20 Franken pro Mitglied bleiben jedoch nur 15 Franken bei der RJL. 5 Franken gehen an Jagd Schweiz.

Eine weitere Neuerung ist für 2017 geplant. Bisher wurde den Jägern im Anschluss an die Generalversammlung jeweils das Mittagessen offeriert. Neu sollen sie noch einen Bon im Wert von 5 Franken erhalten. «Dadurch sparen wir rund 20 000 Franken», so Peter Küenzi. Ein Teil dieses Betrags soll künftig für die immense Milizarbeit im Verband bereitgestellt werden.

Mehr Bilder vom gestrigen Fäälimärt finden Sie auf www.luzernerzeitung.ch/bilder