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FÄÄLIMÄRT: Höchster Jäger: «Mit dem ‹Forst› gibt es tatsächlich Probleme»

Peter Küenzi (59) ist der höchste Jäger des Kantons. Im abgelaufenen Präsidialjahr beschäftigte er sich intensiv mit dem neuen Jagdgesetz. Sorgen bereiten ihm aber ganz andere Situationen.
Ernesto Piazza
Peter Küenzi, der höchste Luzerner Jäger, am Fäälimärt in Sursee. (Bild: Boris Bürgisser (Sursee, 6. Februar 2018))

Peter Küenzi, der höchste Luzerner Jäger, am Fäälimärt in Sursee. (Bild: Boris Bürgisser (Sursee, 6. Februar 2018))

Am Rande des Fäälimärts in Sursee, dem rund 1600 Besucher beiwohnten, zog Peter Küenzi Bilanz über seine ersten drei Jahre als Präsident des Verbandes Revier-Jagd Luzern (RJL).

Peter Küenzi, Sie stehen den Sektionen Entlebuch, Hinterland, Seetal und Pilatus mit total 1800 Jägern vor. Wie sieht ihre Zwischenbilanz aus?

Mein Steckenpferd bei meinem Amtsantritt waren die anstehende Neuverpachtung und die Totalrevision des kantonalen Jagdgesetzes. Zudem setzte ich einen Fokus, dass sich die Jägerschaft gegenüber der nicht jagenden Bevölkerung vermehrt öffnet. Weiter war mir wichtig, die Kommunikation zwischen Vorstand und Basis zu verbessern. Zudem legte ich im Rahmen der ganzen Digitalisierung speziell Wert auf unseren Internetauftritt. Heute darf ich sagen: Wir haben die uns gesteckten Ziele erreicht. Noch stehen aber weitere Themen an.

Zum Beispiel die Zusammenarbeit mit dem Lawa – der Dienststelle Landwirtschaft und Wald...

Diese gilt es zu optimieren, keine Frage. Mir schwebt eine echte Partnerschaft vor.

Das dürfte schwierig werden. Ihre Kritik an die Adresse des «Forst» des Lawas gerade zum Thema Freizeitaktivitäten ist recht massiv...

Hier gibt es tatsächlich Probleme. Immer wieder bringt der Forst das Thema Wildschäden auf den Tisch und schaut dabei kritisch auf die Jägerschaft. Doch ich frage mich: Wie soll sich das Wild erholen, wenn das Lawa Aktivitäten wie Nacht-Orientierungsläufe – organisiert erst noch von ausserkantonalen Vereinen – bewilligt? Bei diesen Veranstaltungen rennen ganze Gruppen mit ihren fast taghellen Stirnlampen nachts durch die Wälder. Das hat einen Einfluss auf das Wildverhalten, zeigt sich auch in den zunehmenden Schäden. Deshalb meine Forderung an den Forst: Nehmt diese Anliegen, Bedenken und Forderungen der Jägerschaft ernst.

Die Totalrevision des kantonalen Jagdgesetzes bewegte im abgelaufenen Jahr. Das zeigte sich auch bei den über 150 Stellungnahmen bei der Vernehmlassung. Letztlich winkte der Kantonsrat das Gesetz ohne Gegenstimme durch. Viel Lärm um Nichts?

Überhaupt nicht. Es waren sehr interessante Inputs dabei. Ich erlebte zum ersten Mal eine wirklich offene Kommunikation von der Seite Wald und Forst und zwischen Jagd und Politik.

Und wie beurteilen Sie das neue Gesetz?

Ich finde es sehr gut. Es bietet der Jägerschaft im Kanton Luzern eine nachhaltig gesicherte Jagd, gibt aber auch für die nicht jagende Bevölkerung Sicherheit, dass nachhaltig gejagt wird.

Die Wildtierkorridore sind momentan im Kanton ein grosses Diskussionsthema. Wie sehen Sie die Situation?

Wir kämpfen seit rund 20 Jahren für solche Übergänge. Diese Wechsel sind für alle Tierarten ein Problem. Deshalb sind die Übergänge für uns ein absolutes «Muss» und Einsprachen dagegen – schon aus Respekt gegenüber dem Tier – ein «no go». Ob eine Holz- oder eine Betonkonstruktion besser ist, ist zu überlegen. Für mich muss ein Übergang aber keine drei Millionen Franken kosten. Da gibt es andere, günstigere Lösungsmöglichkeiten.

Zurück zur Jagd: Wie beurteilen Sie die Wildsituation?

Die Gämse sind und bleiben in Bezug auf den abnehmenden Bestand ein Thema. Zugenommen hat die Rotwildpopulation – und zwar bei männlichen, weiblichen und Jungtieren. Das kann zum Problem werden, wenn wir nicht nachhaltig jagen. Die Zahlen von 2016 und 2017 zeigen aber, dass wir im Soll liegen. Mit der Regulierung des Grossraubwilds, also mit Wolf und Luchs, beschäftigen wir uns intensiv. Zudem gilt es das Schwarzwild, sprich das Wildschwein, im Auge zu behalten.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

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