Fälle erreichen in Luzern Rekordwert

Noch nie hatten die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden so viele Fälle zu bearbeiten wie 2010. Besonders auffällig ist die gestiegene Zahl der Verkehrsdelikte.

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Die Polizei hatte 2010 auf Luzerner Strassen alle Hände voll zu tun. (Bild: Archiv Pius Amrein/Neue LZ)

Die Polizei hatte 2010 auf Luzerner Strassen alle Hände voll zu tun. (Bild: Archiv Pius Amrein/Neue LZ)

Das Geschäftsjahr 2010 brachte für die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden viel Arbeit, und dies Mitten in der Umsetzung der für die Strafverfolgung tief greifenden Justizreform. Die Fallzahlen sind gegenüber dem Vorjahr nochmals knapp 1 Prozent angestiegen. Mit 45'544 Fällen wurde nach dem Rekordjahr im Vorjahr die Marke von 45'000 Fällen bereits zum zweiten Mal in der Geschichte der Strafverfolgungsbehörden überschritten.

Unterschiedliche Entwicklungen

Die Fallbelastung ist aber nicht gleichmässig in allen Bereichen angestiegen, heisst es im am Donnerstag Veröffentlichten Jahresbericht 2010 der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden. Besonders augenfällig ist der Anstieg bei den Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz (+7.5 Prozent; Vorjahr: +23 Prozent), dies entspricht einem Zuwachs von rund 1'700 Fällen. In dieser Fallkategorie registrieren die Strafuntersuchungsbehörden seit Jahren grosse Schwankungen. Dies hängt im Wesentlichen von der polizeilichen Kontrolltätigkeit ab (u.a. Einsatz von Radarwarngeräten bei Geschwindigkeitsmessungen). Mehr Kontrollen führen im Strassenverkehr stets zu mehr Strafanzeigen und somit zu höheren Fallzahlen.

Rückläufig waren die Falleingänge bei den Vermögensdelikten (-13.6 Prozent; Vorjahr: +17 Prozent), bei den Delikten gegen Leib und Leben (-17 Prozent; Vorjahr: +23 Prozent) und bei den Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz (-12 Prozent; Vorjahr: +25 Prozent). In diesen Bereichen ist der Rückgang der Fallzahlen aber wenig aussagekräftig und aufgrund der Zuwachsraten der letzten Jahre nicht signifikant. Von einer Umkehr des Trends kann im heutigen Zeitpunkt keineswegs gesprochen werden.

Ausländer-Anteil bleibt überdurchschnittlich hoch

Der Anteil der ausländischen Delinquenten blieb im Vergleich zum Vorjahr konstant hoch und belief sich im Jahr 2010 auf 40 Prozent aller Delikte. Bei den Vermögensdelikten und den Delikten gegen die Freiheit (u.a. Drohung, Nötigung, Hausfriedensbruch) beträgt der Anteil der ausländischen Straftäter über 50 Prozent.

Weniger Jugendkriminalität

Bei der Jugendanwaltschaft sind die Falleingänge zurückgegangen (-21 Prozent). Besonders stark ins Gewicht fiel dabei der Rückgang bei Vermögensdelikten um rund 50 Prozent. Bei den Gewaltdelikten ist die Entwicklung nur leicht rückläufig. Dies betrifft insbesondere die Tätlichkeiten und Körperverletzungen, die in den letzten Jahren noch stetig angestiegen sind. Es ist aber verfrüht, eine Entwarnung bei der Jugendkriminalität zu geben. Wie die einzelnen Fälle zeigen, wird nach wie vor hart und schnell zugeschlagen.

2011 für Strafverfolgungsbehörden ein Testjahr

Das Geschäftsjahr 2011 wird zeigen, ob wir in der neuen Organisation mit den knapp bemessenen Personalressourcen unsere Aufgaben zeitgerecht bewältigen können. In diesem Sinne wird das neue Jahr zu einem Testlauf. Sollten die von uns bereits initiierten Massnahmen zur Effizienzverbesserung nicht ausreichen, muss der Personalbestand angemessen erhöht werden.

pd/zim