Lozärner Fasnachtskomitee schockt mit Hiobsbotschaft: Fällt die Fasnacht 2021 dem Coronavirus zum Opfer?

Bleibt das Verbot von grossen Menschenansammlungen langfristig bestehen, könnte auch die Fasnacht gefährdet sein. Das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) hofft dennoch auf eine mehr oder weniger «reguläre» Fasnacht 2021.

Hugo Bischof
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Dicht gedrängt stehen die Fasnächtlerinnen und Fasnächtlerinnen bei der Fritschi-Tagwache der Luzerner Fasnacht auf dem Kapellplatz. Hier ist Social Distancing unmöglich.

Dicht gedrängt stehen die Fasnächtlerinnen und Fasnächtlerinnen bei der Fritschi-Tagwache der Luzerner Fasnacht auf dem Kapellplatz. Hier ist Social Distancing unmöglich.

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 20. Februar 2020)

Das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) schockte am Mittwochvormittag mit einer Hiobsbotschaft. Darin heisst es unter anderem:

«Was man noch vor einigen wenigen Wochen für nahezu unmöglich gehalten hätte, könnte je nach Corona-Verlauf der nächsten Wochen und Monate Tatsache werden: Dass eine Fasnacht nicht stattfindet!»

Ein solches Szenario müsse man realistischerweise «in einem ‹Plan B› mit einbeziehen», hält das LFK fest. Gleichzeitig betont das oberste Luzerner Fasnachtsgremium: «Im Moment aber gehen alle unsere Kräfte und Anstrengungen von der Geschäftsleitung bis hin zu den Komitee-Verantwortlichen und Delegierten mit Zuversicht und Vorfreude auf eine mehr oder weniger ‹reguläre› Fasnacht 2021.» Geplanter Fasnachtsstart im kommenden Jahr ist am Schmutzigen Donnerstag am 11. Februar 2021.

Noch vor einigen Monaten hätte er sich nie vorstellen können, dass er sich einmal mit einem solchen Szenario beschäftigen müsste, sagt der langjährige LFK-Mediensprecher Peti Federer auf Anfrage.

«Doch als die Basler Fasnacht dieses Jahr drei Tage vor Beginn abgesagt werden musste, hat das vielen die Augen geöffnet.»

Luzern habe seine Fasnacht gerade noch durchführen können, bevor das Ausmass der Krise bekannt wurde. Luzern habe in zweifacher Hinsicht Glück gehabt, sagt Federer: «An einigen Orten im Tessin hat sich die dortige Fasnacht im nachhinein als Corona-Hotspot erwiesen.»

Vorfasnächtliche Anlässe ersatzlos gestrichen

In Luzern liege die nächste Fasnacht noch relativ weit entfernt, sagt Federer. Und, Stand heute, sei man zuversichtlich, dass sie stattfinden werde. Federer: «Wir müssen dennoch mit allen Eventualitäten rechnen. Was ist, wenn eine zweite Corona-Welle unser Land trifft?» Gibt es bereits konkrete Alternativ-Szenarien? Könnte die Luzerner Fasnacht in reduzierter Art durchgeführt werden? Das wäre schwierig, sagt Federer:

«An der Fasnacht kommt es naturgemäss zu unkontrollierbaren Menschenansammlungen. Da ist das Konzept des Social Distancing undurchführbar.»

Alle Besprechungen der LFK-Mitglieder finden derzeit per Video-Konferenz statt. Diverse vorfasnächtliche Anlässe wurden bereits ersatzlos gestrichen, darunter etwa das Helferfest für die «Chrampferinnen und Chrampfer» des LFK-Fasnachtsmäärtes, der Usgüüglete sowie bei den Masken-Kursen. Abgesagt ist auch die für den 26. Juni 2020 vorgesehene feierliche Inthronisation des neuen LFK-Präsidenten Dani Abächerli. Darum an dieser Stelle nochmals die Inthronisation des letztjährigen LFK-Präsidenten Mike Hauser:

Vorbereitungen für Fasnacht laufen

Soweit wie möglich seien die Vorbereitungen für die Fasnacht 2021 dennoch im Gang, sagt Federer: So werde etwa die Wahl der neuen LFK-Plakette 2021 mit den gegebenen Corona-Vorschriften in angepasster Weise stattfinden. «Das heisst, die Vorselektion erfolgt im kleinen, geordneten Rahmen – mit Distanz und koordinierter Personenbeschränkung auf der LFK-Geschäftsstelle», sagt Federer. Die finale Auswahl der Plakette 2021 werden die LFK-Delegierten dann anlässlich der LFK-Vollversammlung am 26. Mai 2020 erstmals per Videokonferenz vornehmen. Der Öffentlichkeit präsentiert werden soll die neue Plakette am Samstag, 7. November 2020.

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