FAHNDUNG: Internet-Fahndung: Datenschützer irritiert

Immer mehr Kantone setzen bei der Fahndung nach Fussball-Gewalttätern auf das Internet. So auch Luzern. Datenschützer stören sich jetzt aber am Internet-Pranger.

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Gewalttäter werden im Internet veröffentlicht. (Symbolbild EQ)

Gewalttäter werden im Internet veröffentlicht. (Symbolbild EQ)

Den «Internet-Pranger», wie er Bundesrat Ueli Maurer vorschwebt, hält Baeriswyl für «unverhältnismässig». Eine Fahndungsmassnahme der Polizei dürfe nicht zugleich strafrechtliche Sanktion sein. Diese sei dem Richter vorbehalten.

Öffentlicher Druck
Wie Bruno Baeriswyl im Interview mit der NZZ am Sonntag weiter ausführte, zeigte er sich irritiert, dass die Internetfahndung plötzlich als Allheilmittel eingesetzt werde. Er kann sich vorstellen, dass «ein gewisser öffentlicher Druck» auf die Polizeiorgane einwirke. Niemand wolle sich dem Vorwurf aussetzen, zu wenig zu unternehmen. Dass nach wie vor nur wenige Kantone so weit gingen, zeige aber, dass die Internet-Fahndung nicht die Massnahme sein könne, die in jedem Fall angezeigt sei.

Luzern und Bern, bald Zürich?
Seit Anfang Woche sucht die Kantonspolizei Luzern nach Gewalttätern, die im Anschluss an die Cup-Partie Luzern - Sitten randaliert hatten. Zwei von acht Männern haben sich daraufhin selber gemeldet, ein Dritter konnte durch Hinweise identifiziert werden. Am Freitag wurden bei der Stadtpolizei Bern Bilder von Männern und Frauen aufgeschaltet, die im Zusammenhang mit dem Cup-Final aufgefallen sind. Erste Rückmeldungen seien eingegangen, heisst es dazu in Bern. Die genaue Identifizierung steht aber noch aus. Auch die Stadtpolizei Zürich überlege sich, im Gefolge der Ausschreitungen vom 17. Mai nach der Partie des FCZ gegen Basel auf die Internetfahndung zurückzugreifen, sagt die Polizeisprecherin Brigitte Vogt. Bereits im Januar liess Peter Gill, Basler Staatsanwalt, verlauten, bei den nächsten massiven Ausschreitungen zu diesem Mittel greifen zu wollen.

rem