FAHRPLAN: Inwiler verlieren den Direktanschluss nach Luzern

Ab Dezember müssen Inwiler umsteigen, wollen sie mit dem öffentlichen Verkehr in die Stadt fahren. Der Gemeinderat sieht darin nicht unbedingt eine Verschlechterung.

Drucken
Teilen
Der Inwiler Gemeinderat Fabian Peter vor einem Bus der Linie 22. (Bild: Boris Bürgisser (Inwil, 7. März 2017))

Der Inwiler Gemeinderat Fabian Peter vor einem Bus der Linie 22. (Bild: Boris Bürgisser (Inwil, 7. März 2017))

Die Inwiler haben heute die Wahl, wenn sie mit dem öffentlichen Verkehr nach Luzern fahren wollen: Entweder entscheiden sie sich für die Direktverbindung und steigen in den Bus der Linie 22. Dieser bringt sie über das Rontal nach Luzern. Oder sie fahren mit der Buslinie 54 bis Waldibrücke und steigen auf die S-Bahn um. Die zweite Verbindung ist kürzer, wird aber nur während der Stosszeiten und werktags angeboten.

Ab dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember kommen die Inwiler ums Umsteigen nicht mehr herum. Da die Linie 22 die Gemeinde nicht mehr anfährt, haben die Inwiler keine Direktverbindung mehr nach Luzern. Stattdessen nimmt die Linie 111 den Betrieb auf. Sie führt von Ebikon über die Mall of Switzerland nach Inwil und endet schliesslich in Waldibrücke. Diese neue Linie wird von der Rottal Auto AG betrieben. Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) hat gestern über den Zuschlag informiert. Die neue Linie war zuvor ausgeschrieben worden.

Besserer Anschluss an die S-Bahn

Für den Gemeinderat von Inwil hat die Anpassung beim öffentlichen Verkehr zwei Seiten. So sagt Fabian Peter, zuständig für das Ressort Bauen, Planen und Entwicklung: «Wir haben schon seit einiger Zeit Kenntnis von den Plänen.» Er bezeichnet den Wegfall der Direktverbindung als «klaren Nachteil».

Auf der anderen Seite gewinnt der Gemeinderat der Anpassung auch Positives ab. Mit der Inbetriebnahme der neuen Linie gibt es auch am Wochen­ende und ausserhalb der Stosszeiten einen Anschluss an die S-Bahn. Und Peter betont: «Bei der Reise via Waldibrücke ist die Gefahr, dass man in den Stau gerät, geringer als bei der Verbindung via Rontal.» Dies sei wohl mit ein Grund, weshalb sich die Zahl der Fahrgäste, welche die Verbindung nach Waldibrücke nutzt, in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt hat.

Dennoch äussert Fabian Peter auch Skepsis: «Wir haben Bedenken, dass der Anschluss an die S-Bahn in Waldibrücke nicht gewährleistet ist, wenn der Bus vom Rontal kommend im Stau steht.» Der Gemeinderat fordert deshalb, dass der VVL Alternativen wie den Einsatz von mehreren Fahrzeugen prüft.

Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern, ist sich der Problematik bewusst: «Wir haben deshalb bei der Linie 111 genug Reservezeit für die Bahnanschlüsse in Waldibrücke einberechnet.» Mit der Linie 111 wolle der VVL Inwil den ganzen Tag zuverlässig erschliessen. Im Gegensatz zur aktuellen Situation, in der die Inwiler mit der Linie 22 regelmässig im Stau stehen. Nebst einer höheren Zuverlässigkeit ist laut Zurflüh eine bessere Querverbindung vom Seetal ins Rontal der Hauptgrund für die neue Linie.

Linie ist kürzer als ursprünglich geplant

Etwas stösst dem Inwiler Gemeinderat dennoch sauer auf: Ursprünglich war vorgesehen, dass die Linie 111 auch Eschenbach anfährt. Darauf wurde aber verzichtet. «Wir wurden erst informiert, als dies bereits beschlossene Sache war», sagt Peter, der im Kantonsrat für die FDP politisiert. Zurflüh erklärt: «Weil die Finanzierung schwierig gewesen wäre, wurde auf diesen Teil der Linienführung verzichtet.»

Zeitgleich mit der Einführung der Linie 111 wird die Anpassung der Linie 22 vorgenommen. Anderswo gibt es bereits am 28. September eine Anpassung: Mit der Eröffnung der Mall of Switzerland wird die Linie 23 (Luzern–Ebikon–Gisikon–Root) ausgebaut.

 

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch