Fahrplanwechsel 2019: Buchrain ärgert sich über schlechte Anschlüsse in Ebikon

Wegen des Bushub-Desasters in Ebikon drohen den Buchrainern lange Umsteigemärsche. Der Gemeinderat von Buchrain – und die SP – haben deshalb beim Verkehrsverbund interveniert. Ersterem stösst noch etwas anderes sauer auf.

Robert Knobel, Roman Hodel
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So sähe der Bushub am Bahnhof Ebikon aus, der wegen Einsprachen blockiert ist. (Visualisierung: PD)

So sähe der Bushub am Bahnhof Ebikon aus, der wegen Einsprachen blockiert ist. (Visualisierung: PD)

Die Pläne waren ambitioniert: Mit der Elektrifizierung der Strecke Maihof–Mall of Switzerland sollte der 1er-Bus ab Dezember 2019 zur Hochleistungslinie fürs Rontal werden. Gleichzeitig sollten die Linien 22 und 23 künftig als Zubringer aus den umliegenden Dörfern dienen. Als Drehscheibe war dabei der Bahnhof Ebikon vorgesehen. Dort sollten sich sämtliche Buslinien aus dem Rontal verknüpfen.

Doch diese Pläne sind inzwischen ziemlich durcheinander geraten. Der Ausbau des Bahnhofs Ebikon zu einem Busknoten ist wegen Einsprachen bis auf weiteres blockiert. Bis zu einer Lösung wird es wohl noch Jahre dauern. Kürzlich hat deshalb der Verkehrsverbund Luzern (VVL) entschieden, dass die neue Linie 1 zwar wie geplant Ende Jahr ihren Betrieb aufnimmt, den Bahnhof Ebikon vorläufig aber nicht bedient (wir berichteten). Das wiederum hat unangenehme Folgen für Passagiere aus Buchrain: Der 22er-Bus lädt sie ab Dezember an der Endstation am Bahnhof Ebikon ab. Doch wer auf den 1er Richtung Stadt umsteigen will, muss einen Fussweg von mehreren hundert Metern bis zur Haltestelle Hofmatt in Kauf nehmen.

Das geht dar nicht, findet der Gemeinderat von Buchrain. Er hat sich deshalb schriftlich beim VVL, Gemeinderat Ebikon, Verband Luzern Plus und beim Regierungsrat beschwert. Titel des Schreibens: «Buchrain ist nicht bereit, in den sauren Apfel zu beissen.» Bauvorsteher Heinz Amstad (FDP) sagt:

«350 Meter laufen zwecks Umsteigen ist eine Zumutung.»

Die Gemeinde habe schon bei der Einführung der Linie 111 eine Verschlechterung bezüglich ÖV-Verbindungen ins Gewerbegebiet Schachen hinnehmen müssen. «Wie soll man die Leute mit solchen Lösungen noch dazu motivieren, auf den ÖV umzusteigen?» so Amstad. Er ärgert sich vor allem auch darüber, dass der Buchrainer Gemeinderat «so etwas Wichtiges» erst aus der Zeitung erfahren hat: «Immerhin finanzieren wir den Bushub in Ebikon mit.»

Auch die SP Buchrain hat einen Brief an den VVL sowie die Gemeinderäte von Buchrain und Ebikon verfasst. Darin fordert die Partei, dass man bei der Linienführung nochmals über die Bücher geht. Denn im Prinzip, so die SP, liesse sich das Problem für die Passagiere aus Buchrain mit einer einfachen Massnahme lösen: Der 22er-Bus müsste auf seinem Weg zum Bahnhof Ebikon lediglich einen kleinen Umweg über die Haltestelle Hofmatt machen. Dort könnte man dann bequem auf den Trolleybus der Linie 1 umsteigen.

Urs Köppel, Vorstandsmitglied der SP Buchrain, ärgert sich:

«Als es darum ging, eine Lösung für den blockierten Bushub Ebikon zu finden, wurde Buchrain gar nicht erst in die Planungen involviert.»

Einmal mehr sei die Gemeinde einfach übergangen worden. Denn nicht nur beim ÖV würden die Anliegen Buchrains ignoriert, sondern auch beim Strassenverkehr. Köppel verweist auf die ständigen Staus rund um den Autobahnzubringer Buchrain, welche jüngst zu einer Petition des Gewerbevereins führte. «Kein Wunder haben über 3000 Personen die Petition unterschrieben», so Köppel.

Beim Verkehrsverbund Luzern (VVL) bleibt die Forderung aus Buchrain nicht ungehört. Sprecher Romeo Degiacomi sagt:

«Für uns hat eine gute Lösung für Buchrain höchste Priorität.»

Schliesslich gehe es um rund 800 Passagiere pro Tag, die von Buchrain kommend in Ebikon umsteigen. Die Forderung der SP, den 22er-Bus über die Haltestelle Hofmatt umzuleiten, ist eine von mehreren Varianten, die zurzeit geprüft werden.

Eine andere wäre, dass der Bus bei der ehemaligen Rank-Garage in der Nähe des MParc-Areals anhält – die Passagiere könnten dann via Haltestelle Weichlen auf den 1er umsteigen.

Eine Variante, die nach einer ersten Einschätzung «gut umsetzbar» wäre und nun vertiefter geprüft wird, wie Roland Beyeler, Mediensprecher der Gemeinde Ebikon, sagt. Denn sie ist es, welche die Bushaltestelle letztlich bewilligen muss. Der Ebikoner Gemeinderat setze sich gemeinsam mit dem VVL, den VBL, dem Kanton sowie Luzern Plus «für eine bestmögliche Übergangslösung für ÖV-Reisende» ein, so Beyeler. Und: Dass sich der Buchrainer Gemeinderat über die mangelnde Kommunikation beschwert, «könne er nachvollziehen».

Welche Lösung auch immer am Ende gewählt wird – bis spätestens Dezember muss sie vorliegen. Dieser Zeitplan ist extrem knapp. Nach wie vor ist unklar, welche Busse den Bahnhof Ebikon ab dem Fahrplanwechsel Ende Jahr überhaupt anfahren können. Denn Umbauarbeiten auf dem Bahnhofplatz sind zurzeit nicht möglich. Der Grund liegt bei der Beschwerde gegen das Bushub-Provisorium. Um mit den Bauarbeiten starten zu können, müsste der Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen werden. Und dieser Entscheid des Kantonsgerichts steht noch aus.

23er-Fahrgäste nicht betroffen

Für die Passagiere der Linie 23 (Gisikon-Ebikon) hat der Verzicht auf den Busknoten Ebikon keine Auswirkungen. Der 23er fährt zwar ab Dezember ebenfalls nur noch bis Ebikon Bahnhof. Zuvor fährt er aber auf einer längeren Strecke parallel zur Linie 1. Daher gibt es diverse Möglichkeiten den Bus zu wechseln, etwa an den Haltestellen Fildern, Schindler oder Weichlen. (rk)

Neue Fahrleitung für Trolleybusse in Ebikon – vorher und nachher

Der Kanton Luzern hat die Trolleybuslinie von Luzern bis nach Ebikon verlängert - inklusive 250 neuer Masten. Die Bilder zeigen die Situation vor und nach dem Bau des neuen Netzes bei der Ladengasse.

(Bild: René Meier, 8. November 2018)

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