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Fahrplanwechsel: Ebersecken verliert ÖV-Anschluss

Während Zug- und Buslinien im Hinterland ausgebaut werden, dürfte Ebersecken für zwei Jahre das Postauto gestrichen werden. Nun braucht’s eine neue Transportlösung für die Oberstufenschüler.
Evelyne Fischer
Vom Postauto der Linie 91 – hier ausgangs Dorf Ebersecken – profitieren heute vor allem Oberstufenschüler. (Bild: Corinne Glanzmann)

Vom Postauto der Linie 91 – hier ausgangs Dorf Ebersecken – profitieren heute vor allem Oberstufenschüler. (Bild: Corinne Glanzmann)

Mit dem nächsten Fahrplanwechsel vom 10. Dezember soll die Buslinie 91 gekappt und Ebers­ecken damit der ÖV-Anschluss entzogen werden: Dies zeigt die gestern publizierte Vernehmlassung, zu der sich die Bevölkerung bis am 18. Juni äussern kann.

Die Busverbindung von Ebersecken via Schötz nach Nebikon bleibt bis Dezember 2019 unterbrochen. Dieser Entscheid ist die Folge des Ausbaus der S-Bahn S61, die Willisau von da an eine dritte stündliche direkte Zug­verbindung nach Luzern bringt. «Damit einher gehen Umstellungen im Busangebot, die nicht auf einen Schlag erfolgen können», sagt Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbunds Luzern (VVL). «Dringlich ist die Verbesserung der Linie 271 Willisau–Altishofen–Dagmersellen, da der Bus am Bahnhof Nebikon heute oft den Anschluss verpasst.» Um Zeit zu sparen, führt die Linie 271 ab Dezember nicht mehr über Ettiswil. «Diese Rolle übernimmt neu die Linie 91, Ettiswil–Dagmersellen, damit bleibt der Leistungsumfang in Ettiswil gleich.»

Ab Dezember 2019 Buslinie «garantiert»

Dass dies auf Kosten der 400-Einwohner-Gemeinde geht, sei laut Zurflüh «kein übliches Vorgehen», sei aber vertretbar, da die Verbindung «eine klassische Schülerverkehrslinie mit tiefer Frequenz» sei. Betroffen sind täglich sieben bis neun Fahrgäste, fast alles Oberstufenschüler. «Eine ÖV-Ersatzlösung hätte Kosten im tiefen sechsstelligen Bereich mit sich gebracht und den finanziellen Rahmen gesprengt.» Daher wolle man mit der Gemeinde eine Lösung für die Schüler finden. «Der Verkehrsverbund garantiert, dass Ebersecken ab Dezember 2019 wieder Anschluss an den ÖV besitzt», so Zurflüh. Statt neun sollen es zwar nur noch sieben Kurse sein. «Gegenüber heute wird die Gemeinde aber besser erschlossen, da der Anschluss in Nebikon nach Olten und in Schötz nach Willisau optimiert wird.»

Für Thomas Roos, Gemeindepräsident von Ebersecken, ist dies ein schwacher Trost. «Dass wir den Schülertransport zwei Jahre selber organisieren müssen, ist für uns keine befriedigende Lösung.» Bereits heute zahle die Gemeinde dafür jährlich 20'000 Franken an die Postauto AG, welche die Linie betreibt. In den nächsten beiden Jahren dürften die Kosten noch höher ausfallen. Ebersecken kämpfe bereits an allen Ecken und Enden. «Nun sägt man an einem weiteren Ast.»

In einem vorgängigen Fragebogen des VVL haben der Entwicklungsträger Region Luzern West und weitere Gemeinden die Übergangslösung abgelehnt. Zu Ebersecken heisst es: Die «direkt betroffene Gemeinde» wehre sich «nicht grundsätzlich gegen den Vorschlag». Der in die Verhandlungen involvierte Gemeindeammann Hans Steinmann wollte sich vor der nächsten Gemeinderatssitzung vom Mittwoch nicht dazu äussern.

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