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FAHRPLANWECHSEL: SBB suchen den Kompromiss

Gefordert wurde eine direkte Verbindung von Luzern ins Tessin um 8.18 Uhr. Lange standen die Anzeichen dafür gut. Nun zeigt sich: Die SBB halten ihr Versprechen nicht.
Martina Odermatt
Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno. (Bild: Ti-Press/Samuel Golay)

Hierhin führt die erste Verbindung am Morgen ins Tessin: nach Locarno. (Bild: Ti-Press/Samuel Golay)

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Viel wurde im Vorfeld gekämpft, um eine frühere Direktverbindung vom Bahnhof Luzern ins Tessin. Aktuell fährt der erste Direktzug um 10:18 Uhr. Zwei Stunden später, zur Mittagszeit, fährt man in Lugano ein. Mit dem Bau der Neat kamen die Hoffnung und die Forderung mehrerer Parteien nach einer weiteren Direktverbindung bereits um 8.18 Uhr.

Mit dem neuen Fahrplan wird klar: Es gibt eine frühere Verbindung. Jedoch weder um 8 Uhr, noch nach Lugano. Um 9.18 Uhr rollt der erste Zug von Luzern aus ins Tessin nach Locarno (wir berichteten). «Die SBB sehen das Bedürfnis für eine frühere Verbindung ab Luzern vor 10 Uhr», sagt SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage. Die Abfahrt um 8.18 Uhr wurde laut Pallecchi geprüft, jedoch stehe zu der Zeit das Rollmaterial nicht zur Verfügung, da dieses aus dem Tessin zugeführt werden müsse.

Der Verkehrsverbund Luzern (VVL) hatte an vorderster Front mitgekämpft für die 8-Uhr-Verbindung nach Lugano. Der Wunsch nach dieser Verbindung bestehe weiterhin, sagt Pascal Süess, Geschäftsführer von VVL. Aber: «Wir wissen, dass es viele Rahmenbedingungen gibt. Eine Abfahrt um 9 Uhr nach Locarno ist ein guter Kompromiss.» So sei man noch vor dem Mittagessen im Tessin. Und er sieht weitere positive Aspekte: «Dass wir den einzigen Direktzug nach Locarno anbieten können, lockt auch andere Gäste auf diese Verbindung. Wir hoffen, dass der Zug deshalb gut ausgelastet sein wird.» Wenn viele Leute diesen Zug benutzen würden, gebe das auch mehr Spielraum für weitere Diskussionen mit den SBB.

«SBB halten ihre Versprechen nicht»

Kritischer betrachtet die Luzerner CVP-Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger den neuen Fahrplan. Sie ist nicht zufrieden. «Es kann nicht sein, dass die SBB Dinge versprechen und diese dann nicht einhalten. Wenn Versprechen gemacht werden, gehe ich davon aus, dass diese gehalten werden», sagt sie und äussert auch Kritik an der Kommunikation der SBB.

Auch der Luzerner Ständerat Damian Müller (FDP) kritisiert diese. «Es ist ein Zickzackkurs. Vor wenigen Wochen haben sie noch gesagt, der 8.18-Uhr-Zug komme. Manchmal frage ich mich schon, wie ernst man von den SBB noch genommen wird.»

Für die Tourismusregion Zentralschweiz sei eine frühe, direkte Verbindung wichtig, um attraktiv zu bleiben. Die Züge von Zürich seien oft überfüllt, und zum Umsteigen bleibe nicht immer genug Zeit, besonders bei einer hohen Auslastung. «Es kann nicht sein, dass die SBB die Zentralschweiz bei jeder Entscheidung als zweitrangig erachten», sagt Müller. Er bedauere es ausserordentlich, dass um 8 Uhr kein Zug direkt ins Tessin fährt.

Auch Baudirektor Robert Küng übt Kritik am Fahrplan: «Die Entwicklung geht in die richtige Richtung, aber wir sind noch nicht zufrieden und werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Luzern eine echte Drehscheibe im Bahnverkehr wird.»

Immerhin: Etwas Positives gibt es doch. Ab dem 10. Dezember gibt es eine zusätzliche Verbindung nach Mailand. Um 12.18 Uhr fährt der Zug direkt nach Italien.

Andrea Gmür wertet auch die Verbindung nach Locarno positiv: «Jede zusätzliche Verbindung ist ein Gewinn», sagt sie. Sie verstehe auch, dass man Verbindungen anbieten müsse, die gut ausgelastet würden. «Aber wenn man diese Verbindung von Luzern aus nicht anbietet, weichen die Leute auf andere Routen aus.»

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