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Sind die Fahrschüler vom Land im Nachteil?

Wer die Führerprüfung in Sursee zwei Mal nicht besteht, kann sie nachher nur noch in Kriens machen. Das will ein FDP-Kantonsrat ändern. Fahrlehrer runzeln die Stirn.
Lukas Nussbaumer
Eine Fahrschülerin bekommt während der Fahrschule von ihrem Fahrlehrer Anweisungen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Eine Fahrschülerin bekommt während der Fahrschule von ihrem Fahrlehrer Anweisungen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Für den Trienger FDP-Kantonsrat Georg Dubach ist klar: Autofahrschüler auf der Landschaft sind gegenüber jenen aus Stadt und Agglomeration Luzern benachteiligt. Und zwar deshalb, weil sie beim dritten Prüfungsanlauf nur noch in Kriens antreten können – und nicht mehr in Sursee wie die ersten beiden Male. «Das ist für Prüflinge aus der Region Sursee eine mentale und finanzielle Mehrbelastung und wirkt damit benachteiligend», sagt Dubach auf Anfrage.

«Geltende Praxis ist unfair»

Der im letzten Jahr in den Luzerner Kantonsrat gewählte Politiker wurde von Fahrschülern und Fahrlehrern aus der Region Sursee auf das Problem angesprochen. «Sie empfinden die geltende Praxis als unfair, weil Fahrschüler, die ihre ersten beiden Prüfungen in Kriens absolvierten, für den dritten Versuch ja auch nicht nach Sursee müssen.» Nun will Dubach von der Regierung wissen, warum die gel­tende Regelung eingeführt wurde und wie viele Personen für ihre dritte Prüfung jeweils nach Kriens wechseln müssen.

Sursee stand vor der Schliessung

Eingeführt wurde die aktuelle Praxis 2007 – aus Spargründen. Die Regierung wollte den Prüfungsstandort Sursee damals schliessen, was die Fahrlehrer aus der Region jedoch nicht akzeptierten. Als Kompromiss einigte man sich darauf, dass die ersten beiden Prüfungen weiterhin in Sursee abgelegt werden können.

2015 wurden in Sursee laut Strassenverkehrsamt 1798 Prüfungen abgenommen, in Kriens 5209. Von den 478 Surseer Prüflingen, die zum zweiten Mal an­traten, fielen 109 durch – sie mussten die dritte Prüfung in Kriens absolvieren. Ob sich alle 109 Personen ein drittes Mal zu den Experten ins Auto setzten, lässt sich laut Strassenverkehrsamt nicht eruieren.

Sicher ist hingegen, dass eine vierte Prüfung nur nach einem positiv verlaufenen Fahreignungstest abgelegt werden kann. Wer erneut scheitert, muss ein positives verkehrspsychologisches Gutachten vorlegen. Hauptgrund für nicht bestandene Prüfungen ist «fehlendes Vorausschauen». Die Gebühr beträgt für alle Führerprüfungen je 130 Franken.

Fahrlehrer aus der Region Sursee teilen gegenüber unserer Zeitung die Einschätzung von Georg Dubach, dass der Wechsel des Prüfungsorts von Fahrschülern als Mehrbelastung empfunden werde, da einige von ihnen zusätzliche Fahrstunden in der Stadt Luzern buchen müssten. Auch die durch zwei bereits gescheiterte Versuche sowieso schon hohe emotionale Belastung steige durch den Wechsel des Prüfungsorts noch einmal an. Dennoch verlangen sie keine Abkehr von der aktuellen Regelung.

So sagt Werner Eggenberger, Fahrleh­rer in Schötz: «So, wie es heute gehandhabt wird, ist es in Ordnung. Schliesslich gehören Fahrstunden in der Stadt Luzern zu einer guten Ausbildung dazu.» Auch Eggenbergers Berufskollege Marco Galliker aus Beromünster verlangt keine Änderung des Prüfungssystems. Wer ein drittes Mal zur Prüfung antreten müsse, sei sicher auch schon in der Stadt geschult worden; der Mehraufwand sei also zu bewältigen. In Gallikers Fahrschule ist das mit Sicherheit der Fall: «Wir bilden alle unsere Schüler auch in der Stadt Luzern aus.»

Nur wenige meiden die Stadt

Robert Eberhard, Präsident der Zentralschweizer Vereinigung der Fahrlehrer, bestätigt die Haltung seiner Kollegen: «Die gängige Praxis wird nicht als Problem wahrgenommen.» Er bestätigt auch, dass es Fahrlehrer gibt, die ihre Schüler nicht in der Stadt Luzern ausbilden. Es handle sich jedoch um eine Minderheit.

Im Kanton Luzern arbeiten rund 300 Fahrlehrer, weniger als die Hälfte von ihnen hauptberuflich. Eine Fahrstunde kostet zwischen 80 und 90 Franken.

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