Fall Malters: Es kommt zur zweiten Verhandlung

Neue Erkenntnisse im Fall Malters: Das Luzerner Kantonsgericht hat ein Gutachten zur Schuldfähigkeit der Frau eingeholt, die sich bei einem Polizeieinsatz im März 2016 das Leben genommen hatte. Nun kommt es zu einer weiteren Verhandlung.

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In diesem Gebäude in Malters kam es am 8. und 9. März 2016 zu einem Polizeieinsatz. (Bild: Pius Amrein)

In diesem Gebäude in Malters kam es am 8. und 9. März 2016 zu einem Polizeieinsatz. (Bild: Pius Amrein)

(kük) Wie das Luzerner Kantonsgericht am Mittwochnachmittag mitteilt, wird es zu einer weiteren Berufungsverhandlung im Fall Malters tagen. Das Gericht hatte ein Gutachten zur Schuldfähigkeit der Mutter des Privatklägers eingeholt. Nach dessen Eintreffen hat das Gericht laut der Mitteilung am 17. April entschieden, eine zweite Berufungsverhandlung durchzuführen.

«Die Parteien werden die Gelegenheit erhalten, zum Gerichtsgutachten Stellung zu nehmen», schreibt das Gericht. Wann die Verhandlung angesetzt wird, ist noch nicht bekannt.

Ob die Frau urteilsfähig war oder nicht, ist eine der zentralen Fragen im Verfahren um den Polizeieinsatz vom 8. und 9. März 2016. Damals sollte die Luzerner Polizei eine Hausdurchsuchung in Malters durchführen, da dort eine Hanfanlage vermutet wurde. Im Haus befand sich die Mutter des mutmasslichen Plantagenbesitzers. Sie war bewaffnet und verwehrte der Polizei den Zutritt. Bei der anschliessenden Stürmung richtete sich die Frau selbst.

Der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann und der ehemalige Kripo-Chef Daniel Bussmann mussten sich im Zuge dessen wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Das Bezirksgericht Kriens hatte die beiden Polizeikader erstinstanzlich freigesprochen. Die erste Verhandlung am Kantonsgericht fand am 23. August 2018 statt. 

Die Chronologie im «Fall Malters»

Der Luzerner Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann müssen sich wegen eines Einsatzes verantworten, der über zwei Jahre zurückliegt: