«Fall Malters»: Luzerner Kantonsgericht holt Gutachten ein

Die juristische Aufarbeitung des missglückten Polizeieinsatzes vom März 2016 in Malters verlängert sich: Das Luzerner Kantonsgericht will ein Gutachten über die Urteilsfähigkeit jener Frau einholen, die sich das Leben nahm. 

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Müssen sich noch länger auf ein Urteil des Luzerner Kantonsgerichts gedulden: Polizeikommandant Adi Achermann (links) und Kripo-Chef Daniel Bussmann, hier vor der Verhandlung vom 23. August 2018. (Bild: Pius Amrein)

Müssen sich noch länger auf ein Urteil des Luzerner Kantonsgerichts gedulden: Polizeikommandant Adi Achermann (links) und Kripo-Chef Daniel Bussmann, hier vor der Verhandlung vom 23. August 2018. (Bild: Pius Amrein)

Das Luzerner Kantonsgericht hat am 29. August beschlossen, im «Fall Malters» von Amtes wegen ein Gutachten zur Frage der Urteilsfähigkeit der Mutter des Privatklägers einzuholen. Ob diese am 9. März 2016 bei ihrem Entscheid, sich das Leben zu nehmen, urteilsfähig war, «lässt sich aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht zuverlässig beurteilen», schreibt das Kantonsgericht. Wann das Urteil gefällt werden kann, lasse sich derzeit nicht abschätzen.

Dass das Gericht das Gutachten einholt, gehört nicht zu den vier Beweisanträgen, die der Sohn der Frau als Privatkläger an der Verhandlung vom 23. August gestellt hatte. Die Urteilsfähigkeit der Frau ist ein zentraler Bestandteil der Verteidigung des Einsatzes, für den sich Polizeikommandant Adi Achermann und Kripo-Chef Daniel Bussmann verantworten müssen. Die beiden wurden erstinstanzlich freigesprochen. (red)