Fall Opera weitet sich aus

Die Untersuchungen der Luzerner Staatsanwaltschaft im Fall Opera sind abgeschlossen. Gleich mehrere Ex-Angestellte haben gegen die Betreiber des Clubs ausgesagt.

Thomas Heer
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Der Betreiber des Operas in Luzern, Milos Kant. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Der Betreiber des Operas in Luzern, Milos Kant. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Milos Kant gehört zu den erfolgreichsten und virtuosesten Club-Betreibern der vergangenen Jahrzehnte in der Stadt Luzern. Anfang Jahr sass er mehrere Tage in Untersuchungshaft. Denn Kant wird gleich von mehreren ehemaligen Angestellten unter anderem der Nötigung und des Wuchers bezichtigt. Das sind keine Bagatellen. Der Einzelfall, über den die «Zentralschweiz am Sonntag» Ende Februar berichtete, hat sich somit ausgeweitet. Das geht aus dem Bericht hervor, den die Behörden nach ihren Ermittlungen jüngst vorlegten. Für den angeschuldigten Kant gilt aber nach wie vor die Unschuldsvermutung,

Im Kern der Sache geht es um Schuldanerkennungen, die Kant seine Angestellten unterschreiben liess. Gemäss heute vorliegenden Akten beziffert sich die Gesamtsumme in diesem, an Ablasshandel gemahnendem Verfahren, auf total rund 150 000 Franken. Tatsächlich zurückbezahlt wurden schliesslich aber nur 20 000 Franken.

Wo sind die Videobeweise?

Der Knackpunkt im Fall Opera besteht nun darin, wie diese Schuldanerkennungen zu Stande kamen. Wurde seitens von Kant und seinem Geschäftspartner übermässiger Druck auf die Angestellten ausgeübt? Wurden diese von ihren Vorgesetzten gar bedroht? War die Rede vom Einsatz eines Lügendetektors? Anschuldigungen solcher Art wurden von mehreren Ex-Angestellten im Laufe der Strafuntersuchung zu Protokoll gegeben. Die Justiz wird mutmasslich in den kommenden Monaten darüber befinden müssen, wie diese Anschuldigungen zu werten sind und ob Kant dafür verurteilt werden muss. Dieser bestreitet sämtliche der oben aufgeführten Vorwürfe.