Fall Villiger: Suche nach Informationsleck wird sistiert

Wer hat Akten aus der Strafuntersuchung im Fall Villiger an die Medien weitergereicht? Dieser Frage hat die Luzerner Staatsanwaltschaft seit vergangenem Oktober nachgespürt. Bisher ohne Erfolg: Die Suche ist vorerst sistiert.

Raphael Zemp
Drucken
Im Rampenlicht: Der Zuger Regierungsrat Beat Villiger (CVP). (Bild: Werner Schelbert, 15. November 2015)

Im Rampenlicht: Der Zuger Regierungsrat Beat Villiger (CVP). (Bild: Werner Schelbert, 15. November 2015)

Seit vergangenem Oktober versucht die Luzerner Staatsanwaltschaft zu erfahren, wer das Onlinemedium «Republik» informiert hat über das Strafverfahren gegen den Zuger CVP-Regierungsrat. Dieser geriet letzten Herbst ins Visier der Untersuchungsbehörde wegen Verdachts auf Strassenverkehrsdelikte und gravierender Urkundenfälschung.

Nun ist die Suche nach einem Informationsleck vorerst auf Eis gelegt worden, wie die «Republik» am Freitag schreibt. Auf Juristendeutsch: Die Luzerner Staatsanwaltschaft hat eine Sistierungsverfügung erlassen. Über die genauen Gründe schweigt sich die Luzerner Staatsanwaltschaft aus. Der Kommunikationslead liege beim Luzerner Gericht, heisst es auf Anfrage.

Für die Republik hingegen war die jüngste Wendung in der Causa Villiger «absehbar». Sie hatte von Anfang an beteuert, die Akten nicht etwa von einem Informanten zugespielt bekommen, sondern von Villiger höchst persönlich erhalten zu haben - als Beilage zu der superprovisorischen Verfügung, mit der Villiger die Berichterstattung habe verhindern wollen.

Anders sieht das Beat Villiger. Gegenüber unserer Zeitung sagt er: «Ich habe innert Frist vorsorgliche Beschwerde auf Akteneinsicht erhoben. Ich werde die Akten nun anschauen. Ich will nur mein Recht wahrnehmen. Nun will ich wissen, wie tief die Ermittlungen waren.»