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Falsche Online-Bewertungen: Italiener zu neun Monaten Haft verurteilt

In Italien ist erstmals ein Online-Bewertungsbetrüger zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte serienmässig gefälschte Bewertungen an Betriebe aus dem Gastgewerbe verkauft.
Roger Rüegger
Für Portale wie Tripadvisor ist es überlebenswichtig, dass Bewertungen echt sind. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Für Portale wie Tripadvisor ist es überlebenswichtig, dass Bewertungen echt sind. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Auf Online-Bewertungen stützen sich viele Leute bei der Suche nach Hotels, Restaurants oder Flügen. Die Bewertungen auf Internet-Plattformen spielen deshalb eine wichtige Rolle im Tourismus und bei der Kaufentscheidung von Verbrauchern. Es ist eine Frage des Vertrauens. Genau das hat ein italienischer Geschäftsmann mit gefälschten Bewertungen missbraucht.

Der hartnäckige Bewertungsbetrüger ist nun verurteilt worden, wie die Reise-Website Tripadvisor am Mittwochnachmittag mitteilte. Es handle sich, schreibt Tripadvisor weiter, um den Inhaber der Firma Promo Salento. Der Mann habe Pakete mit gefälschten Bewertungen an Gastgewerbe-Betriebe in Italien verkauft.

Wegweisender Gerichtsentscheid

Für dieses Vergehen wurde er in Lecce zu neun Monaten Haft und einer Geldstrafe von rund 8’000 Euro verurteilt. Es handle sich um einen der ersten Vollstreckungsfälle, in denen es zu einer strafrechtlichen Verurteilung gekommen sei, so Tripadvisor. Wörtlich ist von einem «wegweisenden Gerichtsentscheid im Kampf gegen bezahlten Bewertungsbetrug» die Rede. Dieser stellt in vielen Ländern eine Rechtsverletzung dar.

Der Betrug funktioniert wie folgt: Unternehmen oder Einzelpersonen verkaufen gefälschte Bewertungen unter falschen Namen an Betriebseigentümer. In einem der ersten Rechtsstreitigkeiten dieser Art entschied das Strafgericht von Lecce, dass das Verfassen von gefälschten Bewertungen mit falscher Identität laut italienischem Strafrecht ein strafbares Verhalten ist.

«Mehr als 60 Unternehmen zum Erliegen gebracht»

Brad Young, Leiter Recht bei Tripadvisor, äussert sich zum Urteil wie folgt: «Wir betrachten dies als eine wegweisende Entscheidung für das Internet. Das Verfassen von gefälschten Bewertungen war schon immer Betrug, aber das ist das erste Mal, dass wir jemanden dafür ins Gefängnis gehen sehen.» Das Unternehmen investiere sehr viel in die Betrugsprävention. Seit 2015 seien die Aktivitäten von mehr als 60 unterschiedlichen Unternehmen weltweit zum Erliegen gebracht worden, die gekaufte Bewertungen angeboten hätten. «Wir suchen die Zusammenarbeit mit Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden, um sie bei der Strafverfolgung dieser Unternehmen zu unterstützen», so Young.

Bewertungsbetrug im Internet nimmt Tripadvisor sehr ernst, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Strafverfolgung von Promo Salento hat das Unternehmen als Zivilkläger unterstützt.

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