FAMILIE: Die Kinderbetreuung soll ausgebaut werden

Der Stadtrat will das familien- und schulergänzende Kinderbetreuungsangebot ausbauen und den heutigen Bedürfnissen anpassen. Am 13. März 2008 entscheidet der Grosse Stadtrat über die verschiedenen Anträge.

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Carla und Timo Marfurt beim Mittagstisch im Schulhaus Unterlöchli. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Carla und Timo Marfurt beim Mittagstisch im Schulhaus Unterlöchli. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Volksinitiative «Für eine kinder- und elternfreundliche Stadt» verlangt ein qualitativ gutes, breit gefächertes Angebot an familienergänzenden Betreuungsplätzen für Kinder und Jugendliche bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit. Um dies zu verwirklichen, fordern die Initianten, dass die familienergänzende Kinderbetreuung durch eine Bestimmung in der Gemeindeordnung für verbindlich erklärt wird.

Auch der Stadtrat möchte ein bedarfsgerechtes familien- und schulergänzendes Kinderbetreuungsangebot aufbauen. Für ihn ist die Gemeindeordnung allerdings der falsche Ort, um diese Anliegen festzuschreiben. Er schlägt deshalb vor, die Reglemente über die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter und Schulalter mit entsprechenden Bestimmungen zu ergänzen. Die Pläne des Stadtrates basieren auf den familienpolitischen Leitsätzen, die vom Parlament 2006 gutgeheissen wurde.

Familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter
Rund 21 Prozent aller Stadtluzerner Kinder im Vorschulalter werden familienergänzend betreut. 167 Kinder suchen einen Betreuungsplatz. Deshalb will die Stadt die subventionierten Betreuungsplätzen in den Kindertagesstätten (Kitas) um 100 Plätze erweitern und zusätzliche Betreuungsstunden bei den Tagesseltern einführen. Dieser Ausbau soll grösstenteils in den  Jahren 2009 und 2010 geschehen, um den wartenden Eltern rasch einen Zugang zu einer Kinderbetreuungsmöglichkeit zu verschaffen. Insgesamt werden in die Kinderbetreuung im Vorschulbereich  zusätzlich 2'027'000 Franken investiert. Dies ist eine Erhöhung von 2'630'000 auf 4'657'000 Franken.

Familienergänzende Kinderbetreuung im Schulalter
Die familienergänzenden Betreuungsangebote im Schulalter wurden bereits zwischen 2002 und 2007 ausgebaut. Dadurch konnte die Zahl der Einrichtungen von neun auf 18 Einrichtungen erweitert werden. Auf Grund der grossen Nachfrage sollen die Angebote der additiven Tagesschule zwischen 2009 und 2012 weiter ausgebaut werden. Geplant sind 45 zusätzliche Nachmittagbetreuungsplätze. Diese kosten 714'000 Franken. Auch in Littau soll das Angebot verbessert werden. Ab dem Schuljahr 2010/11 werden in den Schulhäusern Littau/Dorf und Fluhmühle etappenweise zwei zusätzliche Betreuungsangebote mit je 20 Plätzen für 480'000 Franken geschaffen.

Integrative Tagesschule Grenzhof wird nicht weitergeführt
Grundsätzlich beabsichtigt der Stadtrat die flächendeckende Einführung der additiven Tagesschule. Bei diesem Modell können die Betreuungstage einzeln und ergänzend zur Schule gebucht werden. Die additive Tagesschule hat gegenüber dem Angebot der Horte den Vorteil, dass die Verbindung zwischen Schule und Betreuung enger ist; dies unter anderem, weil die  Verantwortung für die Betreuungsangebote mittelfristig durch die Schulleitungen wahrgenommen  wird. Auch im Schulhaus Grenzhof wird ab Schuljahr 2008/2009 die additive Tagesschule eingeführt. Die integrative Tagesschule wird nicht weitergeführt. In den letzten  Jahren hat sich gezeigt, dass das Modell, bei dem die Kinder während der ganzen Woche in jener Gruppe unterrichtet werden, in der sie auch betreut werden, nicht einem breiten Bedürfnis entspricht. Die additive Tagesschule erlaubt eine flexiblere Planung der Betreuung, wie die Stadt Luzern mitteilt.

scd