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FAMILIE: Zweites Leben für die ersten Kleider: Kinderkleiderbörsen in Luzern boomen

Passend zur Jahreszeit erleben derzeit auch viele Kleider und Spielsachen einen zweiten Frühling. Sie werden an zahlreichen Börsen feilgeboten. Den Besuchern geht es um Nachhaltigkeit – und ums Geld.
Natalie Ehrenzweig
Beate Lang deckt sich an der Börse St. Johannes mit Kleidern für ihr künftiges Kind ein. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 17. März 2018))

Beate Lang deckt sich an der Börse St. Johannes mit Kleidern für ihr künftiges Kind ein. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 17. März 2018))

Natalie Ehrenzweig

region@luzernerzeitung.ch

Es war die Ruhe vor dem Sturm: Am letzten Freitagabend öffnete die Annahme der Frühlingsbörse des Clubs junger Familien im Pfarreiheim St. Johannes Luzern. «Während 1? Stunden können Kinder- und Jugendkleider, Spielsachen, Kinderfahrzeuge und Babyartikel abgegeben werden», sagte Organisatorin Irene Wigger. An den Tischen waren Helferinnen damit beschäftigt, die Waren anzuschreiben, im Hintergrund wurden die Kleider nach Grössen geordnet und präsentiert.

«Mir ist vor allem wichtig, dass die Kleider weiter benützt werden», sagte Alexandra Brantschen, die mit ihren Kindern Dinge ablieferte. Die Mutter sortierte mit ihrer Tochter (6) und ihrem Sohn (4) zusammen aus: «Meiner Tochter fällt das leicht, sie würde jeweils alles weggeben. Meinem Sohn fällt das manchmal schwerer», erzählt sie lachend. Die drei gingen tags darauf an der Börse dann auf die Jagd nach neuen Hosen und Schuhen.

Der Umsatz nimmt zu

Die Brantschens sind keine Exoten. Das Interesse an Kleiderbörsen nimmt zu. «Das sehen wir unter anderem am steigenden Umsatz», sagt Irene Wigger. Bei den meisten Besuchern stehe der Nachhaltigkeitsgedanke im Zentrum. Zudem auch das Geldsparen ein Thema. «Kinderkleider gehen beim Spielen oft kaputt, und bei einer Familie mit drei Kindern kann das teuer werden», so Wigger. Die Börse werde nicht nur von Leuten aus dem Quartier besucht, sondern es gebe auch Besucher von weiter her, beispielsweise aus Grosswangen.

Auch Eveline Bonjour von der St.-Michael-Kinderkleiderbörse, die ebenfalls am letzten Wochenende stattfand, spürt den Trend. «Wir können zurzeit keine Neukunden aufnehmen, weil wir sonst ein Platzproblem haben – mit über 400 Registrierten.» Nachhaltigkeit und die Möglichkeit, günstig Kinderartikel zu kaufen, bildeten auch hier die Motivation zur Teilnahme. Beliebt seien neben Markenkleidern auch Kinderwagen und -velos oder Zewi-Decken.

Die «Börsen-Profis» stünden gleich zu Beginn auf der Matte, um die volle Auswahl zu haben. «Wer es gemütlicher mag, kommt um 10.30 statt um 9.30. Es hat auch dann noch interessante Artikel», sagt Wigger schmunzelnd. Gemütlicher geht es in den ständigen Börsen zu, etwa beim Pünktli in Littau. Bei wöchentlichen Öffnungszeiten ist kein Anstehen am frühen Morgen nötig. Auch Betreiberin Laura Peter stellt ein wachsendes Interesse fest. «Die Leute finden es schade, Kleider und Spielsachen wegzuwerfen.» Wichtig sei, dass die Qualität gut ist und die Waren sauber und ganz sind. Die Kunden von Laura Peter seien neben Recycling-Enthusiasten oft Ausländer und Grosseltern mit ihren Enkeln: «Es gibt hier immer schöne Begegnungen.» Eine andere Möglichkeit, nachhaltig mit Kinderkleidern umzugehen, bieten neuerdings Elisabeth Jacob und Sonja Forster aus Luzern. Sie haben mit www.thebabybox.ch einen Verleihservice für Babykleidung gegründet. Die Kleider werden dort zur monatlichen Miete angeboten.

Hinweis

Die nächste Kinderkleiderbörse findet am Samstag in Emmen statt. Infos und weitere Börsen: www.kindex.ch

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